Secret Wall
An einem Montag Morgen, genauer gesagt den Morgen des 12.1begann um 7:30
unsere Reise zur großen Mauer. Wir hatten zwei Tage zuvor uns mit einem unserer Zimmernachbarn unterhalten welcher die Tagestour des Hostels zur sogenannten Secret Wall empfohlen hatte (http://www.leohostel.com/index_files/leotours.htm). Es handelt sich um eine Tagestour zu einem unrestaurierten Teil der großen Mauer, dieser Teil der Mauer ist so secret dass wir leider auch nicht wissen wo sich der Teil befindet. Nach ca. 2 Stunden Autofahrt wurden wir einfach irgendwo im Nirgendwo rausgelassen und von einer alten, kleinen Chinesin
begrüßt die unsere Führerin sein wird. Mit einem kleinen Gehstock bewaffnet beginnt die alte Frau den Weg gen Berge zu leiten. Eineinhalb Stunden beständiges Bergauf, nur selten erhaschen wir einen Blick von der Mauer. Schon nach der hälfte des Wegen beginnen sich Eiskristalle in meinen Haaren zu bilden und meine Beine, trotz drei Kniestrümpfen übereinander, beginnen vor Kälte zu stechen. Nach eineinhalb Stunden über steinige und steile Wege marschieren gelangen wir endlich zu den Überresten der Mauer. Stein über Stein, alles von Menschenhand erschaffen und durch Witterung zerstört, Gras und kleine Pflanzen wachsen in und über die
Mauer. Nun beginnt der anstrengende Teil der Tour. Drei Stunden wird unsere Reiseleiterin uns über die Mauer geleiten. Auf der Mauer ist es sogar noch kälter als es in den Bergen war. Der Wind bringt mich manchmal sogar zum Fall, so dass ich an Stellen, an denen es keine Mauer zum Anlehnen gibt, über die Mauer krabbel. Basti’s Wasserflasche ist mittlerweile auch schon kompett von Innen gefroren und nach einigen besorgten Blicken auf meine rote Nase empfiehlt er mir eine Sturmmaske zu tragen. Als Brillenträger stellt sich das mit der Sturmmaske allerdings als Problematisch dar, woraufhin ich mich dagegen entscheide. Neben steilem Bergab und Bergauf müssen wir auch an manchen Stellen die Mauer verlassen und die Feldwege entlang der Mauer benutzen, weil ganze Büsche quer über die Mauer gewachsen sind. Nach drei Stunden klettern und krakzeln geht unsere Tour langsam zu Ende und unsere Reiseleiterin führt uns in ein Tal in welchem ein Mittagessen auf uns warten soll. Juri gerät an einigen Stellen ziemlich ins rutschen weil seine Schuhe nicht ausreichend Profil haben, allerdings hat er genug glück dass er nur mit einer staubigen Jeans davon kommt und nicht mit Blessuren. Das Essen welches im Preis inbegriffen ist ist besser als erwartet und schnell verzehrt. Am Nachmittag gegen 5 sind wir dann endlich wieder im Hostel und huschen wie immer direkt zur Sakurabar. Nach zweistündiger Kakao-Aufwärmphase begeben wir uns nochmal in die Kälte und laufen die Straße entland Richtung Xianyukou Jie (Qianmen) wo ich vor zwei Tagen ein kleines Kino gesichtet hatte (die Karte mit der genauen Adresse ist leider auf der Reise verloren gegangen). Das Kino hatte auf jeden Fall einen besonderen Charm weil es nicht wie üblich ein großer Saal mit
gemütlichen Stoffsitzen war, sonder ein kleiner Raum mit Holzstühlen im chinesischem Stil und davor Holztischen auf denen man sein Popcorn oder seine Getränke legen konnte. Wir haben uns für den chinesischen Film Red Cliff ??(zweiter Teil) entschieden und wurden mit einem englischem Untertitel überrascht. Beide Teile zusammen ergeben übrigens einen recht guten Film, wenngleich es doch fundiertere Chinesischkenntnisse verlangt als jene die ich nach 7 Monaten Chinaaufenthalt und zwei Jahre Studium erlernt habe. Nach dem Film gehts dann zurück in unser Hostel, nicht unglücklich darüber, dass es die letzte Nacht dort sein wird. Zwar ist die Hostel wirklich gut gelegen, allerdings hatten wir wenig Glück mit unserem Zimmer, beziehungsweise mit dem Bad in unserem Zimmer. Der Duschstrahl entsprach einem Rinnsal, wobei man sich entscheiden musste ob das Rinnsal kochend heiß oder eiskalt sein sollte, einen Wärmegrad dazwischen ab es nicht, und die Toilettenspühlung hat auch ihre Dienste verweigert, trotz wiederholten Reparaturen innerhalb der drei Tage die wir Beijing waren. Da ich aber auch schon andere Erfahrungsberichte bezüglich des Hostels gehört habe, sollte dies euch nicht Abschrecken doch euer Glück mit diesem Hostel zu versuchen. Ich verzeihe einem Hostel viel, solange die Lage stimmt.
25. März 2009 at 12:31
Man friert förmlich mit, wenn man die Geschichte liest. Immerhin kommt das eiskalte Wetter mit optimalen Fotobedingungen. Klare Luft und blauere Himmel. Jedenfalls sehen die Fotos vielversprechend aus. Ich freu mich schon auf mehr, wenn ihr dann wieder in Deutschland seid.