Archiv für März 2009

Next Stop…Inner Mongolia

Freitag, 27. März 2009

Nach einem üppigem Frühstück bei der Sakurabar geht es für uns dann gegen Mittag des 13.1 zum Flughafen da um 15:20 unser Flugzeug gen Hohhot???? beziehungsweise ????????abfliegt. In der Inneren Mongolei wird zwar auch chinesisch Gesprochen aber Muttersprache der Bevölkrung ist natürlich mongolisch welches weder in Schrift noch in Sprache Ähnlichkeit mit Chinesisch hat.

Ungefähr eine Stunde braucht es mit dem Flugzeug von Beijing nach Hohhot, und obwohl Hohhot die Hauptstadt dieser Provinz ist wird uns etwas mulmig als wir neben der Landebahn jede Menge Strohballen sehen. Aber war es nicht eigentlich Sinn dieses Ausfluges der Massenbevölkerung zu entkommen? Ja, war es.

Am Tag zuvor hatte ich eigentlich eine Reservierung in einem vom Lonely Planet empfohlenen Hostel machen wollen, allerdings war dieses schon mit Toursiten ausgelastet so dass wir uns ganz mutig für ein anderes Hostel entschieden haben welches eine Visitenkarte im Leo-Hostel hinterlassen hatte. Es handelte sich um das Anda Guesthouse (??? ?????? saihanqu qiaokaoxijie zhongduan, genauere Addresse steht leider nicht auf der Visitenkarte) welches uns direkt anbietet uns vom Flughafen abzuholen und es auch tut. Weniger erfreulich war zu hören dass wir nur zwei Nächte dort verbringen können und man keine Pferde im Winter reiten kann, welches uns erst vor Ort mitgeteilt wurde. Flexibel wie man halt so als Backpacker ist, steigen wir auf Kamelreiten um und aus einem geplanten 3Tages Trip mit Pferden wir ein Eintagestripp in die Wüste Gobi. 370 yuan werden pro Person verlangt, nur für die Fahrdienste zur Wüste Gobi (knapp acht Stunden hin-und zurück), sowie 130 yuan für zwei Stunden Kamelreiten wobei wir aber nur eine Stunde geboten bekommen haben…allerdings gehören Touristenfallen wohl dazu, wenn man in die Innere Mongolei reist…Auch wenn es schon Spaß gemacht hat Kamele zu reiten muss ich sagen, dass ich es nicht nocheinmal machen würde einfach weil die Tiere nicht gut behandelt worden sind. Statt wie zum Beispiel in Ägypten Körbe um das Maul zu legen um die Kamele führen zu können sind die Kamele zwischen Nase und Mund mit einem Holzpfahl gepierced. Als eins der Kamele etwas wiederspenstig in die Knie gegangen ist wurde das Kamel mehrfach heftig geschlagen und so brutal an den Zügeln des Kamels gezogen dass der Holzpflock durch die Oberlippe gebrochen ist. Ich kann es leider nicht anders umschreiben als dass mich die Behandlung der Tiere sehr angewieder hat und ich sowas in Zukunft nicht unterstützen möchte. Trotz allem hat es Spaß gemacht in dem Sand rumzuspielen, Basti hat innerhalb weniger Minuten erkannt das Sandhügel tolle Rutschen sein können und es war auch sehr faszinierend zu sehen dass eine Wüste gefrieren kann (Es war wirklich Eis auf den Dünen).

Auf der Rückfahrt bietet uns unser Fahrer an einem …im chinesischem würde man ?? (wanhui) sagen, sagen wir an einer Abendveranstaltung teilzunehmen. Präziser gesagt ist es das Abendprogramm welches am Abend des Naujahres ausgestrahlt werden wird. Da alles auf Mongolisch (selten auf Chinesisch übersetzt) präsentiert wurde haben wir leider nicht viel verstehen können. Trotzdem war es ein sehr schöner Abend weil traditionelle mongolische Musik und Tänze aufgeführt wurden, und besonders die mongolische Musik hat es mir angetan(Horsehead Fiddle http://www.hauntedink.com/almaty/music1_n.jpg beziehungsweise http://www.youtube.com/watch?v=LL-oOS3Jvuk&feature=related). Welches mich auch sehr positiv überrascht hat war wie farbenfroh Hohhot bei Nacht ist. Wer nach Shanghai oder Beijing reist in der Hoffnung eine schrille, bunte und pulsierende Großstadt bei Nacht erleben zu dürfen sollte eher nach Hohhot reisen.

Obgleich die Reise schon zwei Monate her ist weiss ich immernoch nicht wie ich zu Hohhot stehen soll. Die Stadt bei Nacht ist wunderschön, die Möglichkeit mit Kamelen (im Sommer auch Pferden) das Land erkunden zu können ist auch wirklich genial, nur dass Touristen so abgezockt werden gefällt mir nicht. Das Anda Guesthaus ist auch so eine Sache. Je nachdem ob man auf das Gastfamilien-Prinziep steht oder nicht, ist das Anda Guesthaus wirklich toll. Die Familie kümmert sich sehr beherzt um seine Gäste, aber ich schätze halt lieber meine Anonymität, sprich nicht zusammen mit einer Familie frühstücken zu müssen und das Gefühl zu haben man sollte jetzt etwas Smalltalk halten (Sollte vielleicht erwähnen dass ich Morgenmufflig bin). Was natürlich, wenn man mehr über das Land erfahren möchte genial ist mit einer Mongolischen Familie zusammen in einem Haus zu wohnen…es kommt wirklich drauf an was man möchte. Die Leute sind wirklich herzlich und offen, kümmern sich um alles (wenn man bereit ist extra dafür zu zahlen) und die Zimmer sind sauber und warm im Winter (besonders großes Plus war die europäische Toilette). Auch liebenswert war dass unser „Gastvater“ uns am Morgen unserer Abreise (15.1) drei CD’s mit mongolischer Musik geschenkt hat. Wenn ich gewußt hätte was uns auf der Busfahrt nach Xian?? erwartet hätte ich mich auch nicht so sehr danach gesehent endlich weiter zu reisen. Aber davon das nächste mal mehr.

Secret Wall

Mittwoch, 25. März 2009

An einem Montag Morgen, genauer gesagt den Morgen des 12.1begann um 7:30 unsere Reise zur großen Mauer. Wir hatten zwei Tage zuvor uns mit einem unserer Zimmernachbarn unterhalten welcher die Tagestour des Hostels zur sogenannten Secret Wall empfohlen hatte (http://www.leohostel.com/index_files/leotours.htm). Es handelt sich um eine Tagestour zu einem unrestaurierten Teil der großen Mauer, dieser Teil der Mauer ist so secret dass wir leider auch nicht wissen wo sich der Teil befindet. Nach ca. 2 Stunden Autofahrt wurden wir einfach irgendwo im Nirgendwo rausgelassen und von einer alten, kleinen Chinesin begrüßt die unsere Führerin sein wird. Mit einem kleinen Gehstock bewaffnet beginnt die alte Frau den Weg gen Berge zu leiten. Eineinhalb Stunden beständiges Bergauf, nur selten erhaschen wir einen Blick von der Mauer. Schon nach der hälfte des Wegen beginnen sich Eiskristalle in meinen Haaren zu bilden und meine Beine, trotz drei Kniestrümpfen übereinander, beginnen vor Kälte zu stechen. Nach eineinhalb Stunden über steinige und steile Wege marschieren gelangen wir endlich zu den Überresten der Mauer. Stein über Stein, alles von Menschenhand erschaffen und durch Witterung zerstört, Gras und kleine Pflanzen wachsen in und über die Mauer. Nun beginnt der anstrengende Teil der Tour. Drei Stunden wird unsere Reiseleiterin uns über die Mauer geleiten. Auf der Mauer ist es sogar noch kälter als es in den Bergen war. Der Wind bringt mich manchmal sogar zum Fall, so dass ich an Stellen, an denen es keine Mauer zum Anlehnen gibt, über die Mauer krabbel. Basti’s Wasserflasche ist mittlerweile auch schon kompett von Innen gefroren und nach einigen besorgten Blicken auf meine rote Nase empfiehlt er mir eine Sturmmaske zu tragen. Als Brillenträger stellt sich das mit der Sturmmaske allerdings als Problematisch dar, woraufhin ich mich dagegen entscheide. Neben steilem Bergab und Bergauf müssen wir auch an manchen Stellen die Mauer verlassen und die Feldwege entlang der Mauer benutzen, weil ganze Büsche quer über die Mauer gewachsen sind. Nach drei Stunden klettern und krakzeln geht unsere Tour langsam zu Ende und unsere Reiseleiterin führt uns in ein Tal in welchem ein Mittagessen auf uns warten soll. Juri gerät an einigen Stellen ziemlich ins rutschen weil seine Schuhe nicht ausreichend Profil haben, allerdings hat er genug glück dass er nur mit einer staubigen Jeans davon kommt und nicht mit Blessuren. Das Essen welches im Preis inbegriffen ist ist besser als erwartet und schnell verzehrt. Am Nachmittag gegen 5 sind wir dann endlich wieder im Hostel und huschen wie immer direkt zur Sakurabar. Nach zweistündiger Kakao-Aufwärmphase begeben wir uns nochmal in die Kälte und laufen die Straße entland Richtung Xianyukou Jie (Qianmen) wo ich vor zwei Tagen ein kleines Kino gesichtet hatte (die Karte mit der genauen Adresse ist leider auf der Reise verloren gegangen). Das Kino hatte auf jeden Fall einen besonderen Charm weil es nicht wie üblich ein großer Saal mit gemütlichen Stoffsitzen war, sonder ein kleiner Raum mit Holzstühlen im chinesischem Stil und davor Holztischen auf denen man sein Popcorn oder seine Getränke legen konnte. Wir haben uns für den chinesischen Film Red Cliff ??(zweiter Teil) entschieden und wurden mit einem englischem Untertitel überrascht. Beide Teile zusammen ergeben übrigens einen recht guten Film, wenngleich es doch fundiertere Chinesischkenntnisse verlangt als jene die ich nach 7 Monaten Chinaaufenthalt und zwei Jahre Studium erlernt habe. Nach dem Film gehts dann zurück in unser Hostel, nicht unglücklich darüber, dass es die letzte Nacht dort sein wird. Zwar ist die Hostel wirklich gut gelegen, allerdings hatten wir wenig Glück mit unserem Zimmer, beziehungsweise mit dem Bad in unserem Zimmer. Der Duschstrahl entsprach einem Rinnsal, wobei man sich entscheiden musste ob das Rinnsal kochend heiß oder eiskalt sein sollte, einen Wärmegrad dazwischen ab es nicht, und die Toilettenspühlung hat auch ihre Dienste verweigert, trotz wiederholten Reparaturen innerhalb der drei Tage die wir Beijing waren. Da ich aber auch schon andere Erfahrungsberichte bezüglich des Hostels gehört habe, sollte dies euch nicht Abschrecken doch euer Glück mit diesem Hostel zu versuchen. Ich verzeihe einem Hostel viel, solange die Lage stimmt.

China’s modernisierte Heiße Quellen

Dienstag, 24. März 2009

Am Sonntag war es endlich so weit! Wir sind zusammen mit Kate und deren Schwester in die Berge gefahren um in den Genuß der chinesischen heißen Quellen zu kommen. Als Fan japanischer Kultur und japanischer Manga-Kunst hatte ich natürlich auch ein Japanisch-geprägtes Idealbild von heißen Quellen im Kopf…jenes von großen Holzbottichen mit heißem, dampfendem Wasser gefüllt…oder aber jene heiße Quellen die in von Natur umgeben sind. Um so mehr war ich überrascht von den Chinesischen. Großzügig angelegte Badelandschaften in einem Hotel integriert. In unserem Fall handelte es sich um die Qingshuiwan Hot Spring Holiday Village ???????? in ?? (Wuyi), ein drei Stern Hotel. Der Eintritt beträgt 198? wobei 50 davon als Essensgutschein verwendet werden können (wobei das Essen im Hotel natürlich übertrieben teuer ist und man somit nicht viel für das Geld geboten bekommt). Wie schon erwähnt handelt es sich bei den heißen Quellen mehr um eine Spaßbadelandschaft. Neben einem gut temperiertem Wellenbad gibt es auch eine Wasserrutsche und mehrere Schwimmbecken als auch kleine Becken in denen die Wassertemperatur 41° beträgt und die verschieden aromatisiert worden sind. Mein Favorit war das Kaffe-Becken, andere Aromen sind Milch und verschiedene Blütensorten. Als weitere Option gibt es noch ein Becken wo kleine Fische drin sind, allerdings kostet das 20? extra, insofern haben wir darauf verzichtet. Fotographieren war leider verboten insofern kann ich euch kein Bild bieten. Das Bild von der Teekanne ist nicht aus der Anlage in der wir waren, allerdings fand ich das so süß dass ich euch dran teilhaben lassen wollte!:)

Johannes

Dienstag, 17. März 2009

Wir haben jetzt endlich die ersehnten Flugtickets nach ?? Xiamen um Johannes zu besuchen. Johannes ist ein gemeinsamer Freund, mein Lernpartner, ein Immer- Ja- Sager wenns um Spieleabende oder Brunchen geht und, was für ein Zufall, auch in China. Am 2.4 um 21:30 geht unser Flugzeug gen Xiamen wo wir bis zum 6.4 einschließlich bleiben werden. Xiamen ist im Lonely Planet unter anderem für seinen Mediteranen Architekturstil empfohlen worden als auch für gutes Klima und die Lokale Spezialität ??? (Huasheng Tang) Erdnusssuppe:)

Noch ein Tag in Beijing

Sonntag, 15. März 2009

Hauptstadt Chinas, das Herz des Reichs der Mitte, Hochburg des chinesischen Kulturerbes und Ausgangspunkt vieler Touristen für einen Expeditionstripp durch China.

Den zweiten Tag in Beijing widmeten wir der verbotenen Stadt deren Kultur auf dutzender kleiner Plastikschilder innerhalb der Stadtmauern geschrieben steht und auf die ich hier nicht näher eingehen möchte (wofür gäbe es sonst Wikipedia?). Mir besonders in Erinnerung geblieben sind jedoch folgende Erlebnisse:

Unzählige Chinesen mit Englissprachkenntnisse die sich einem als Touristenguide für die Verbotene Stadt anbieten („you will get lost without me!”), ebenso unzählige Kunststudenten die einen dazu verführen wollen ein Bild zu kaufen (Ich bin Opfer geworden, aber immerhin von 1800? auf 500 runtergehandelt) als auch der Schock zu entdecken das der berühmt berüchtigte Starbucks in der Verbotenen Stadt verschwunden ist. Zu meiner Verteidigung kann ich sagen, dass ein eiskalter Wind durch die Verbotenen Stadt wehte welcher es mir erschwert hat von der Schönheit der Stadt so überweltigt zu werden wie ich es mir erhofft hatte. Dennoch ist es beeindruckend gewesen mit eigenen Augen zu sehen, dass in jede Treppenstufe ein unterschiedliches Motiv gemeißelt worden ist, und dass auf den gelblackierten Ziegeldächern kleine Tierfiguren über ihre Heimat wachen. Ebenso beeindruckend war, obgleich alles perfekt symmetrisch angelegt worden ist, das Gefühl zu bekommen sich in einem Labyrinth aus roten Mauern zu befinden, sobald man sich von den gradeausführenden Wegen in die kleineren Gassen begibt. Nach einigen Stunden Erkunden (nicht zuletzt in der Hoffnung dass der Starbucks nur um-und nicht ausgezogen ist) und dem Gefühl Gefrierbrandt in den Beinen und Fingern bekommen zu haben begeben wir uns zurück zu unserem Hostel, beziehungsweise zu dem Cafe schräg gegenüber, zu der kleinen aber genialen Sakura Bar die nicht nur eine gute europäische Küche zu kleinen Preisen anbietet, sondern auch ihr Versprechen hält die „probably best hot chocolate in China“ zu servieren.

Nach zwei oder drei heißen Tassen Kakao hieß es auch schon wieder aufbrechen da wir für diesen Abend eine Shaolin Kongfu Vorstellung gebucht hatten (für 180? beim Leo- Hostel gebucht). Die Kampfkunstdarstellung ist im „Red Theater“ (??? hongjuchang ???????? ????44? xingfu dajie 44), fotographieren ist allerdings nicht erlaubt. Wer unter einer Kampfkunstdarstellung jedoch knallharte Action versteht ist in dieser Vorstellung wohl nicht gut aufgehoben. Zwar werden auch in dieser Kongfudemonstration Stahlstäbe zerschlagen allerding gibt es auch viele Szenen die einem Balett gleichen. Was allerdings den Besuch zu diesem Theater besonders lohnenswert gemacht hat ist der Stand eines Künstlers innerhalb der Theatermauern, der Landschaftsbilder mit Tusche ohne Pinsel sondern mit seiner Handfläche zeichnet. Basti hat zwei Bilder, eins davon gerahmt, sowie zwei Lesezeichen von ihm für 100 ? erstehen können (ursprünglich sollte ein Bild ohne Rahmen schon 100 ? kosten). Nach einer eineinhalbstündigen Kampfvorstellung werden wir dann wieder von unserem Fahrer (im Preis inbegriffen) zurück zu unserem Hostel gefahren und gehen dann auch ohne weitere Verzögerung schlafen da wir am nächsten Tag einen Tagestripp zur Großen Mauer gebucht hatten. Davon das nächste Mal mehr :)

Deutsche Esskultur in China

Mittwoch, 11. März 2009

Bevor wir doch nochmal unseren Reisebericht vervollständigen möchte ich euch etwas Wissen lassen: Wir haben heute einen Maxibrief aus Deutschland bekommen, Absender war die liebste Mutter der Welt, also meine, und Inhalt dieses Briefes war: Eine Currywurst!

Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit dem Gedanken: Was esse ich als erstes wenn ich wieder zurück in der Heimat bin, und seit ungefähr einer Woche hab ich die Antwort! Eine, nein, zwei Portionen Currywurst mit Pommes soll es sein!

Nachdem der Beschluß gefasst war hab ich meine Mutter an meinen Currywurst Phantasien teilhaben lassen und, innerhalb von einer Woche stand bei uns eine Meica Curry King Currywurst auf unserem kleinen Tisch in unserer noch kleineren Küche.

Da Basti allerdings viel zu ernst für diesen freudigen Anlass auf den Fotos geguckt hat gibts nur ein Foto von unserer kleinen Delikatesse ohne Uns, bitte um Verständnis;)

P.s.: Das kleine Chinesische Schritzeichen auf dem Salzstreuer sollte beweisen dass das Foto in China gemacht worden ist.