Die kleinen Köstlichkeiten Shanghai’s
Sonntag, 30. November 2008
Shanghai’s Restaurantszene gleicht der Erzählung von Eva die Adam mit einem Apfel verführte, die Auswahl an Früchten war groß, troztdem reizte die Beiden jene verbotene Frucht deren Genuß sie mit der Verbannung bezahlen mussten. In Juris und meinem Fall mit einer Lebensmittelvergiftung …zahlen in Raten, dazu später jedoch ein auführlichere Berichterstattung, lasset uns mit unserer Reise am Donnerstag dem 13. November beginnen.
Am Abend des 13. November begaben Juri, Basti und Ich uns auf dem Weg zum Restaurant LYNN auf der Xi Kang Roa 99- 1 (??? ??? 99-1 ?) welches im Lonely Planet für seine ausgezeichnete Peking Ente empfohlen wird. Der erste Eindruck des Restaurants war für mich als Backpacker eher einschüchternd durch seine offensichtliche Extravaganz…
trotzdem beeindruckend durch sein schlichtes dennoch futuristisches Design. Die Preise scheinen für Shanghai trotz des ersten Eindrucks, der mir im Geiste schon ein Loch in mein Portmonaie gebrannt hat, erstaunlich günstig. Eine ganze Peking Ente ist im LYNN für 16 Euro erhältlich…leider ist die Ente, trotz üppiger Erscheinung leider schnell von unseren Tellern verschwunden…sprich, appetitanregend ohne leider den Hunger stillen zu können. Wenn man erwartet mit wenig Geld satt zu werden ist das Restaurant bestimmt keine gute Empfehlung, legt man allerdings Wert auf Ambiente beim Verzehr seiner Peking Ente ist dass bestimmt die richtige Adresse.
Den Zweiten Tag in Shanghai, nach Besichtigung des berühmten ?? Yu Yuan Gartens, haben wir dann damit verbracht am ???? People’s Square die Zeit bis zu unserer Reservierung im OOEDO Japanese Restaurant (???30?, Donghu Lu 30) um neun Uhr am Abend totzuschlagen. Geplant war „Shopping bis der Arzt kommt“…nachdem ich aber auf meiner To- do- Liste Handschuhe kaufen abgehakt habe setzte schon das erste Motivations Tief ein.
Die Einkaufsmöglichkeiten, grade im Untergrund, sind unbegrenzt, einzige Voraussetzung für Mädchen: bitte Magersüchtig. Für Männer hingegen gilt es dem Metrosexuellen Kleiderstil geneigt zu sein. Leider für alle drei von uns unüberwindbare Hindernisse. Der einzige Laden der Interesse in uns wecken konnte war jener dessen Schaufensterpuppen leicht bekleidete Polizistinnen, leicht bekleidete Krankenschwestern und Schaufensterpuppe mit Rüschenschürze und Strapse und sonst nichts als Reklame nutzte… Nächster Stopp: Spielhalle.
Für umgerechnet fünf Euro erhält man 55 Chips, ein Spiel kostet zwischen ein bis drei Chips, wenn man ein Level gewinnt kann man umsonst weiterspielen. Das Angebot ist vielfältig. Riesige Trommeln auf denen man im angegebenen Takt um Punkte wetttrommelt, Schlauchboote in denen man zu zweit um sein Leben rudert, Motorräder auf denen man Rennen fährt, Jeeps mit Maschinengewähren in denen man vor Riesenspinnen und anderes Ungeziefer flieht, Tanzsimulationen, Kampfspiele (Streetfighter und mehr) oder einfach nur versuchen so viele Basketbälle wie möglich in den Korb zu werfen…alles was das Herz begehrt, und mit ein bisschen Glück gewinnt man sogar ein Kuscheltier.
Bevor wir uns ein Taxi zum OOEDO Restaurant fangen entscheiden wir uns dafür zum Radission zu laufen, da man dort ohne Gebühren zahlen zu müssen einmal über Shanghai blicken kann.
Gegen neun Uhr kommen wir dann endlich an dem Ort unserer Sehensüchte an, dem OOEDO Restaurant. Für ca. 20 Euro heisst es „All you can eat and drink” Sushi und Sake so viel das Herz begehrt, für jene die keinen rohen Fisch zu schätzen wissen gibt es aber auch eine gute Auswahl an Fleisch und Suppen. Der Völlerei verfallen bestellen wir Sushi und Sake bis zur Ladenschlusszeit um elf Uhr, danach wird zu Juri getorkelt und Ginsengschnaps getrunken bis die halb volle Flasche leer ist;)
Samstag früh schleichen Juri und ich uns dann aus der Wohnung richtung ????399? (Lujia Banglu 399) einem mehrstöckigem Markt für Stoffe auf dem man sich Kleider, Anzüge, Hemden, Taschen und alles was das Herz begehrt auf den Leib schneidern lassen kann. Ein Hemd aus echter Seide ist maßgeschneidert für umgerechnet 10 Euro erhältlich, ein Anzug aus Cashmere Wolle für circa 100 Euro.
Nach einer kurzen Anprobe, kurz insofern dass alles wie angegossen an Juri passt, fahren wir zurück um Basti abzuholen, Frühstück am Nachmittag wartet. Basti schnell ins Taxi gezerrt fahren wir wieder zu unserem Lieblingsteehaus beim ?? (YuYuan) Garten um meine Weihnachtseinkäufe zu erledigen*winke winke* Nächstes Ziel lautet…Pizzahut, für mich die letzte Malzeit bis Dienstag weil danach die Gesundheit rapide nachlässt. Nach einer absoluten Pizzaorgie schleppen wir uns mühselig nach Hause und machen einen gemütlichen Videoabend auf Juris gemütlicher Couch und trinken gemütlich Tee bis uns die Augen zufallen.
Am nächsten Morgen werde ich schon eine Stunde früher als geplant wach weil ich mich unwohl fühle, vermute allerdings dass mein Magen die Cheese Crust Orgie vom vorherigen Tag noch verarbeiten muss.Insofern nutze ich die überschüssige Zeit zum packen und duschen bis Juri und Basti wach werden. Nach einer langen Verabschiedung begeben wir zwei Backpacker uns dann wieder auf den Weg gen Heimat…Jinhua. Die eigentlich kurze Bahnfahrt von 2 ½ Stunden wird für mich eine lange und schmerzhafte Fahrt da ich mich alle zwanzig Minuten übergeben muss. Immernoch die Cheese Crust in Verdacht erhoffe ich mir dass. wenn mein Magen leer ist, der Spuk aufhören wird…bis ich Galle erbreche…spätestens dann vermuten wir eine Lebensmittelvergiftung. Zuhause angekommen kümmert sich Basti um einen Krankenwagen der mich ins ?????? Krankenhaus bringt. Dort angekommen bekomme ich mehrere Infusionen die insgesamt sechs Stunden brauchen. In der Zwischenzeit lassen zwar die Krämpfe nach, nicht allerdings das Erbrechen. Das Krankenhaus ansich war jedoch noch furchteinflössender als meine Lebensmittelvergiftung, alte Blutflecken auf meiner Decke, ein riesiger Schimmelfleck an der Wand,
eine Fliege die es sich immer wieder erneut versucht auf meiner Infusion gemütlich zu machen und Toiletten man auf mehrere Meter Entfernung erriechen kann…einziger Trost den ich hatte als ich leider die Toiletten aufsuchen musst war, dass ich meine Brille auf meinem Bett hatte liegen lassen…so sah ich das Elend wenigstens nur verschwommen. Obgleich alle Löcher braun verschmiert waren antwortete die Toilettenfrau auf meine Frage, ob es auch noch Alternativen gäbe nur, die Toiletten seien doch in Ordnung…nach sechsstündiger Infusion werd ich dann vorläufig nach Hause entlassen, obleich ich auf die Frage ob es mir besser geht direkt vor dem Arzt erbrechen muss…am nächsten Tag, immernoch nüchtern, gehts dann zurück ins Krankenhaus nochmal an den Tropf. Diesmal werden wir in einen Raum gesetzt der mehr einem Wartesaal eines Bahnhofs gleicht als dem eines Krankenhauses, etliche dutzend Chinesen, mindestens 50 % davon Kinder, hängen an ihrem Fläschchen, sehen Fernsehen oder machen Hausaufgaben, auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Bastis und meine Theorie war dass viele Chinesen sich die Mühe sparen Abendessen zu essen und sich lieber künslich ernähren…obwohl dagegen spricht dass mir die Krankenschwestern Zucker in mein Fläschchen gemischt haben damit ich nicht verhungere. Somit, um geschätzte 2000 kcals betrogen, machen Basti und ich uns wieder auf den Weg nach Hause zu meiner ersten gekochten Kartoffel in zwei Tagen.



