Archiv für September 2008

Warum…studieren in China?

Sonntag, 14. September 2008

„Fragen des Lebens

Mit 17 Jahren, zu Beginn der Mittelschule, habe ich einen Text verfasst über die vielen Fragen des Lebens. Der Titel lautet „ Mutter, Vater…warum?“. Als ich ihn fertig geschrieben vor mir liegen sah machte ich mir sorgen darum dass ich in meinem Aufsatz nur Fragen stellte ohne aber diese zu beantworten…der Grund dafür war, dass ich selbst keine Antworten auf diese Fragen kannte. Am zweiten Schultag bat mich mein Lehrer meinen Aufsatz der Klasse laut vorzulesen. Im Klassenraum herrschte Stille und ich begann meinen Text vorzulesen:

Mutter, Vater….warum?

Warum sind Rosen rot?

Warum ist das Gras grün aber der Himmel blau?

Warum weben Spinnen Netze und bauen keine Häuser?

Papa, warum darf ich nicht in deinem Werkzeugkasten spielen?

Warum muss ich zur Schule gehen?

Mama, warum darf ich keinen Lippenstift tragen?

Warum darf ich nicht bis zwölf am Abend draußen spielen, so wie die anderen Kinder auch?

Papa, warum mögen mich die Jungs nicht?

Mama, warum muss ich schlank sein? Warum darf ich Schokolade und Eiscreme nur ansehen aber nicht essen?

Warum sind meine Zähne so hässlich?

Papa, warum muss ich eine Brille tragen?

Warum muss ich die Schule abschließen?

Warum muss ich erwachsen werden?

Mama, Papa, warum muss ich euch verlassen? Warum muss ich selbstständig werden?

Warum schreibt ihr mir nicht mehr Briefe?

Warum macht ihr euch immernoch Sorgen um mich? Eure Tochter ist schon längst erwachsen.

Warum vermiss ich meine alten Freunde so sehr?

Warum vermiss ich die guten alten Tage so sehr?

Vater, warum klopft mein Herz schneller sobald ich ihm in die Augen sehe? Warum zittern meine Beine sobald ich seine Stimme höre? Bin ich dumm? Sobald ich meine Augen schließe sehe ich ihn vor meinem inneren Auge…warum?

Mama, warum magst du es nicht wenn andere Leute dich Oma nennen?

Warum hält mein Kind meine Hand immer so eng umschlungen?

Muma, warum sind Kinder immer so energisch wohingegen ich abens immer so erschöft bin?

Warum müssen meine Kinder erwachsen werden?

Warum müssen sie ihr Zuhause verlassen?

Ich verstehe nicht, warum mich andere Menschen Oma nennen…

Mama, Vater, warum müsst ihr mich verlassen?

Warum muss jeder Mensch die Geburt, das Alter, Krankheiten und den Tod erleiden?

Warum werden meine Haare langsam weiß?

Warum zittern meine Hände wenn ich mich nach einer Blume bücke?

Warum sind Rosen rot?

Als ich fertig vorgelesen hatte sah ich eine Träne aus den Augen meines Lehrers langsam seine Wange entlanggleiten. In diesem Augenblick verstand ich erst, dass es im Leben nicht allein darum geht, Antworten zu finden, sondern auch darum Fragen zu stellen.“

Dies ist einer der vielen Lesetexte die wir im Unterricht bearbeiten, warum ich diesen gewählt habe um euch an unserem Unterricht teilhaben zu lassen? Weil ich im Unterricht Freude dabei empfunden habe ihn zu lesen, und sogar auf anhieb verstanden zu haben. Ich bin in der Fortgeschrittenenklasse, zugegeben, auf eigenem Wunsch. Kate empfahl mir in die Klasse der Stufe drei zu gehen, allerings hatte ich, nachdem ich ein wenig im Buch für den Dreierkurs geschmökert hatte dafür entschieden dass er mir zu leicht sei. Am ersten Tag unserer Vorlesungen hatte ich dann allerdings den ersten Rückschlag. Ein Text in dem ich jedes Wort nachschlagen musste erwartete mich…was ich zu dem Zeitpunk noch nicht wissen konnte war, dass es mir in jeder Stunde wohl so gehen würde. Der Text gab Antwort auf die Frage, warum Chinesen die Farbe Rot verehren. Die Antwort verbarg sich in klassischen Sprichwörtern, jeweils vier Zeichen, die weder mein Wörterbuch noch das Internet mir verraten konnte…die Erklärungen standen im Buch, auf Chinesisch. Nach stundenlangem nachschlagen der einzelnen Wörter habe ich sechs von circa zwanzig Sprichwörtern entziffern und verstehen können. Chinesen verbinden mit der Farbe Rot das Leuchten der Sonne welches der Welt leben schenkt. Rot symbolisiert das Leben, das Glück, die Freude, die Leidenschaft und die Wehmut. Viele Gedichte und viele Filme widmen sich dieser Farbe, ebenso gibt es viele Redewendungen in der das Wort Rot wiederzufinden ist. Die zweite Stunde dieser Art widmete sich der Frage, welche Blume China repräsentiert. Zwischen dem Norden und dem Süden Chinas herrscht ein Streit zwischen Verehrern der Pflaumenblüte und der Pfingstrose, der Streit scheint aber nicht schlichtbar zu sein, und, in Anlehnung an den politischen Slogen „Ein Land zwei Systeme“ gibt es nun auch den Slogen „Ein Land zwei Blumen“. Ich persönlich sympatisiere mit der Pflaumenblüte. Die Pflaumenblüte ist vor allem dafür in China bekannt und verehrt, dass sie auch im harten Winter Eis und Schnee trotzt und stolz ihre Blüten präsentiert.

Der Unterricht, hat man ersteinmal den Lesetext entchiffriert, ist interessant und informatif, eben deswegen habe ich mich dafür entschieden in diesem Kurs zu bleiben.

Ansonsten gibt es noch nicht viel zu erzählen, vom Unileben. Wir lernen täglich nachdem wir nach Hause kommen, es bleibt kaum Zeit für andere Dinge. Ich werde aber demnächst noch einen Artikel über unseren Ausflug nach Hangzhou verfassen! Führerschein gibts hoffentlich am Samstag, mein Motorrad mit etwas Glück morgen. Die schriftliche Prüfung für unseren Führerschein ist auf Chinesisch, allerdings aben wir wohl das doppelte Bezahlt (100 Euro) damit jemand anderes für uns diese Prüfung schreibt. Der Führerschein ist übrigens eine einmalige Investition, wenn ihr ihn habt, dann für immer. Auf dem Weg vom Wal Mart sind wir übrigens von der Polizei angehalten worden, da wir aber so getan haben, als ob wir kein Wort Chinesisch verstehen, hat der Polizist uns mit dem Ratschlag ziehen lassen, dass wir doch bitte ohne Füherschein und Helm nicht fahren sollten. Für Basti gibt es übrigens keinen passenden Helm in China. Selbst wenn im Helm 62 cm Kopfumfang steht bedeutet dies nicht, dass der Helm auch wirklich 62 cm Platz bietet. So, für heute möchte ich nun schließen, leider bleibt nur wenig Zeit für Internet da es viel zu Lernen gibt. Liebe grüße aus dem fernen Osten.

Nora

P.S.: Eine Frage von mir, ebenfalls ohne Antwort lautet: Warum…studieren in China?

Ihr könnt jederzeit Antworten auf diese Fragen in den Blog schreiben! Würde mich über eine Antwort freuen!

Motorradkauf in China

Dienstag, 02. September 2008

Sonntag, der letzte Tag des August, fünf Uhr am Nachmittag, und das Telefon klingelt schon wieder. Dieses, wie auch die letzten Male, ist es Natasha, ein Mädchen aus der Ukraine. Statt, wie erwartet, der Überbringer schlechter Nachrichten bezüglich eines erneut verschobenen Termins für einen Fotoshooting von Basti und zwölf weiteren ausländischen Männern zu sein, hört man die verzweifelte Frauenstimme nach Hilfe rufen. Basti und ich laufen zwei Etagen tiefer, um die Ecke nach links, erste Tür rechts und schon begrüßt uns das Mädchen, das ich schon für unerschütterliche gute Laune als verdächtig verurteilt hatte, mit Dankbarkeit für unsere Hilfe. Sie wüsste nicht, was sie tun sollte, sie hätte sowas noch nicht gemacht, die Jungs hätten ihr einfach die Sachen in die Hand gedrückt und seien nun Alkohol einkaufen gegangen…worum ging es doch gleich? Sie geht einen Schritt beiseite und wir betreten ihre Küche. Das Problem, das unlösbare Rätsel, ist die Zubereitung von Fleisch. Am Abend soll gegrillt werden, uns sie wisse nicht, was sie mit dem Fleisch tun sollte. Basti fragt nach Öl, Alkohol, Gewürzeln, Sojasauce, alles was sie hat ist Reisessig. Ich laufe nochmal zurück in unsere Wohung um Saucen und Gewürze zu holen während Basti und Natasha die Sehnen aus dem Fleisch schneiden. Als ich wiederkomme scheint Natasha sich ein wenig gefangen zu haben, sie lacht wieder. Sie bittet Basti inständig und wiederholte Male, das Fleisch zuzubereiten, er warnt sie, dass, wenn er das jetzt macht, es kein zurück mehr gibt. Sie nickt, er gießt einen guten Schuß dunkte Sojasauce an das Fleisch, und da ist er wieder, der Ausdruck von Panik. Knoblauch, Chili, Öl, Lorbeerblätter und Gewürze folgen, das Mädchen sieht nur zu, sagt nichts. In dem Moment kommt ein weiteres Mädchen durch die Tür, ihr Blick trifft auf das Fleisch, sie rümpft die Nase und fragt, was wir getan hätten, Fleisch lege man in Wodka ein, jede Menge Wodka…“jederzeit, gib uns Wodka, und wir schütten ihn noch dazu. Nur, die Sache ist die: die Jungs holen grade den Wodka, und wenn sie wiederkommen, möchten sie das Fleisch fertig haben, betrachte es einfach als die deutsche Art Fleisch zuzubereiten, das nächste mal gibts dann Wodkafleisch“. Der Kompromiss stößt ein wenig auf Wiederwillen wird aber akzeptiert. Fürs erste heißt es, wir treffen uns um halb acht wieder, um dann das Gemüse klein zu schneiden. Für die verbleibende Stunde schlägt Basti vor, mit seiner neu erstandenen 150er Jialing die Gegend zu erkunden.

Jialing, die kleine Schwester von Honda. Die Suche nach einer Enduro begann Dienstag Nachmittag. Schon einige Tage davor waren wir auf der Suche, aber Enduros sind schwer zu finden, besonders in Jinhua. Ein Verkäufer hat uns sogar jedwege Hoffnung genommen als er meinte, die gäbe es nur in ??Yiwu, eine Stadt circa eine halbe Stunde mit dem Taxi von Jinhua entfernt. Damit hatte unsere Suche ein vorläufiges Ende genommen, bis ein Verkäufer einen Laden weiter penetrant versucht, auf sich aufmerksam zu machen. Durch eben dieses Interesse an uns werden wir neugierig und gehen in seinen Laden der auch nur 125er anbietet. Verzweifelt versuch ich deutlich zu machen, dass wir nur an Motorrädern interessiert sind, die auch Geländetauglich sind, wirklich verstehen was ich meine tut er nicht, aber er beginnt mir Bilder von BMW Motorrädern zu zeigen, und da war eine dabei, die wohl offensichtlich eine Enduro darstellen sollte. Ich zeige auf das Bild und der Mann wiederholt immer wieder das Wort ????? (shandiyueyeche). Ich lass mir das Wort aufschreiben und Frage, ob er diese Art Motorrad vielleicht auch von einer anderen Marke hat. Er bejahrt zwar meine Frage, preist aber die gute Qualität von BMW immer und immer wieder…wir ignorieren die BMW gepflegt und fragen erneut nach einer Enduro mit Qualität. Endlich kommt das, was wir hören wollten. Ja, es gäbe eine von Jialing, wir sollten morgen, Montag, wiederkommen. Wie wir Deutschen nunmal sind, zuverlässig und überpünktlich, kommen wir Dienstag wieder um uns nach der Jialing zu erkundigen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verkäufer uns schon vergessen gehabt. Gut für uns, weil er Sonntags noch etwas über 10.000 ?für das Motorrad haben wollte, und uns diesmal die Jialing zusammen mit Zulassung, ??? (shangchepai) Nummernschild uns Versicherung für 9500 übergeben würde. Nach einer kurzen Erinnerungsauffrischung drückt der Verkäufer Basti einen Motorradschlüssel in die Hand und wir fahren gemeinsam zu einem anderen Händler ein paar Straßen weiter. Zehn Minuten später, wie versprochen, wird uns eine 150er Enduro von Jialing präsentiert…und sie quietscht. Der Verkäufer schlägt vor, dass sie das Motorrad bis morgen reparieren und fertig machen und wir schonmal eine Anzahlung von 500? machen sollten. Ein verliebter Blick auf die Jialing genügt und Basti gibt dem Händler das verlangte Geld. Am nächsten Tag wird uns dann die Illusion genomme, die wir uns seit gestern gemacht hatten, dass der Kauf eines Motorrades in China ja so schön einfach sei. Basti fehlte für die Zulassung ein chinesischer Name und ein ??? (zanzhuzheng), eine Art Aufenthaltsgenemigung sowie eine Kopie und einer Übersetzung des deutschen Reisepass ins Chinesische, mit Stempel und Photo…selbstverständlich. Ein wenig hilflos, weil keiner ein Übersetzungsbüro zu kennen scheinen, begeben wir uns zur Polizei, die angeblich unseren??? ausstellen könnte. Dort angekommen bekommen wir eine nicht mehr aktuelle Adresse von einem Übersetzungsbüro sowie die Auskunft, dass unser??? sich in unserem Besitz befinden müsste. Nachdem wir vor verschlossener Tür des Übersetzungsbüros stehen beschließen wir nach Hause zu fahren um Kate, unserem kleinem chinesischem Engel, unser Leid zu klagen. Wenige Zeit später steht sie vor unserer Tür und bietet uns an, die Übersetzung für uns zu machen und Morgen dann in einem Übersetzungsbüro beglaubigen zu lassen, so könnten wir 100 ? sparen. Am nächsten Tag, zuverlässig wie immer, steht sie mit der Übersetzung inklusive rotem runden Stempel und unserem??? in der Tür. Seit Dienstag schon, sind wir stolzer Besitzer eines Motorrades, Freitag erst dürfen wir es mit nach Hause nehmen weil uns der entsprechende Papierkram fehlte. Als wir endlich die Schlüssel und zwei Plastigschalen, die Helme darstellen sollen, in die Hand gedrückt bekommen, sind wir noch ungläubig…unsere erste Reaktion war auf dem Motorrad so schnell wie möglich zu flüchten, bevor sie es uns wieder wegnehmen.

Unsere erste Fahrt, mit 10 km/h, ganz vorschriftsgemäß, hatte Kate’s Büro als Ziel. Als Dank für ihre Hilfe wollte Basti mit ihr ein paar Meter auf dem Campus fahren. Eine Bitte hatte sie dann doch an uns, bis wir unseren ???(jiashizheng), den chinesischen Führerschein haben, vorschritsgemäß zu fahren.

Sonntag, die Zeit zwischen Fleisch schneiden und Fleisch essen, beschlossen wir damit zu füllen, in die Berge zu fahren, keine Polizisten, die uns kontrollieren könnten, und mit Sicherheit eine schöne Landschaft. Mit beiden Vermutungen hatten wir recht. Der Weg in die Berge ist nicht weit, aber die Straße ist mit Rissen übersäht und das Lebensniveau der Menschen sink mit zunehmender Strecke. Trotz der offenkundigen Armut zeichnet die Gesichtszüge der Menschen keinerlei Verbitternis, vielmehr sehen die Menschen zufrieden aus, mit dem was sie haben als sich darüber zu grämen, was sie nicht haben.

Obgleich die Zeit unseres Ausfluges begrenzt war, genügte es, um einen ersten, tiefen Eindruck von der Landschaft zu gewinnen, die uns so unmittelbar umgibt. Scharfe Kurven winden sich in die Berge hinein und zwingen Basti sich auf Tempo 30 zu begrenzen, welches wiederum für mich, als Beifahrer, die Möglichkeit bietet die Seen zu bestaunen, die sich am Fuß der Berge sammeln. Ein weiterer Vorteil als Beifahrer ist, bei jeder Kurve, die mir trotz der gemütlichen Fahrt unheimlich erscheint, mich an Basti zu schmiegen um das zu machen, was man als Fahrer niemals tun sollte…einfach Augen zu und wegsehen. Die Landschaft näher zu beschreiben ist, fürchte ich, nicht möglich, manche Dinge muß man sehen damit man sich ein Bild davon machen kann. Wir werden natürlich versuchen, in Zukunft Bilder zu machen, diesmal was dies nicht möglich, da der Ausflug spontan geschah und keiner von uns dementsprechend seine Kamera dabei hatte.

Bei fortschreitender Dämmerung haben wir uns dann dafür entschieden, den Rückweg anzutreten, damit wir nicht im Dunkeln fahren müssen. Bei Nacht in China zu fahren ist gewöhnungsbedürftig, weil jeder mit Aufblendlicht fährt…manche Motorradfahrer verzichten aber auch ganz auf Beleuchtung.

Sicher und wohlbehalten am Studentenwohnheim angekommen begeben wir uns auf direktem Weg zu Natasha, um ihr unsere Hilfe beim Gemüseschneiden anzubieten, welches sie dankend annimmt. Das Mädchen, dessen Namen ich auch bei Wiederholung nicht verstehen konnte, dass der Meinung war, Fleisch legt man in Wodka ein, begrüßt mich mit den Worten „ du bist schön, das ist untypisch für eine Deutsche, die meisten Deutschen sind nicht schön“ …*hrrrhrrr* So macht man das, wenn man Freunde finden möchte. Bei Basti bin ich mir noch nicht sicher, er schien ein wenig angewiedert von ihrer Frage, ob wir Bruder und Schwester sein. Das Mädchen mit den großen Augen, ebenfalls Ukrainerin, entschuldigt sich aber sofort und meint, dass es in der Ukraine eine Sache der Höflichkeit sei, erst zu vermuten, dass man Bruder und Schwester sei, bevor man unterstellt dass man eine intimere Beziehung hat. Ihre nächste Frage galt dann unserer Kinderplanung…ich studiere Politik und dennoch ist es mir ein Rätsel wie ich diplomatisch eine derart konkrete und direkte Frage dezent umgehen könnte. Wiedereinmal ein perfektes Beispiel dafür das man im Studium nichts für das Leben lernt. Der Abend nimmt gestalt an. Die Mischung aus mangelnden Englischkenntnisse der russischen und ukrainischen Mitstudenten und Wodka entwickelt sich zur amüsanten Unterhaltungsmaterie den den Abend doch gelungen machen, auch wenn ich, zugegebenerweise, am Anfang meine Zweifel hegte. Eine interessante Mitstudentin ist Alisha. Sie ist bereits seit einem Jahr in China und stammt aus der Dominikanischen Republik. Sie wird dieses Jahr damit anfangen Psychologie in China zu studieren, eine besondere Herausforderung wenn man bedenkt, dass sie erst hier in China mit Chinesisch angefangen hat, und, laut eigener Aussage, jede Gelegenheit nutzt Englisch zu sprechen. Gott weiß, wo sich die englischsprachigen Chinesen vor mir verstecken, offensichtlich bei Alisha. Die Frage, wie sie auf die ungewöhnliche Fächerkombination kommt, beantwortet sie erstmal mit einem lauten Lachen, später dann erfuhren wir, dass dies der Wille ihres Vaters war, dem sie lediglich gehorcht. Lautes Gelächter seitens der Männer unterbricht die Unterhaltung und kurze Zeit darauf entfernt sich das Mädchen schon, um sich für die Disco umzuziehen. Basti und ich verabschieden uns an dem Punkt ebenfalls. Wenn man in Deutschland plant feiern zu gehen, dann begibt man sich gemütlich ab Mitternacht oder später in einen Club, zahlt den verlangten Eintritt und nutzt dies dann meist bis sechs Uhr am Morgen auch aus. In China hingegen beginnt der Abend um zehn und endet spätestens um zwölf, mit Ausnahme von Großstädten. Wir zwei deutschen Spalter waren einfach der Meinung, dass eine Stunde tanzen den Aufwand in die Stadt reinzufahren sich nicht wirklich lohnt. Ein Augenaufschlag von der Ukrainin mit den Teddyaugen genügte allerdings ihr mein Versprechen zu geben, das nächste Mal mitzukommen.

Vielen Dank für euer Interesse an meinem Blog, wenn es Fragen, insbesondere zum Motorrad gibt, schreibt mir einfach eine E- mail, eure Nora.