Die chinesische Teezeremonie
Montag, 25. August 2008Sach- statt Lachgeschichte.
Je nach Teesorte gibt es verschiedenene Zubereitungsmethoden, wobei in China der Tee in drei unterschiedliche Kategorien klassifiziert wird. Der Grüne Tee (Lü Cha) ist einer der bekanntesten chinesischen Teesorten, auch in Deutschland. Viele Gerüchte werden gesponnen, wie man den Grünen Tee zubereiten müsse, damit er nicht bitter würde. Das Wasser müsse 80°C warm sein, der Tee dürfe nicht länger als 60 Sekunden ziehen…ich weiss gar nicht mehr wie viele unterschiedliche Empfehlungen man bekommt, und egal wie gewissenhaft man diese Regeln befolgt, der Grüne Tee, den man in Deutschland erstehen kann, schmeckt doch einfach immer bitter, mal mehr, mal weniger. Aber man trinkt ihn ja nicht, weil er schmeckt, sondern weil er gesund ist! Ich hoffe die Ironie steht nicht nur zwischen den Zeilen.
Grüner Tee ist Genuß, ich spreche aus Erfahrung, Erfahrung die ich in China machen konnte.
Besonders bekannt, geschätzt und geliebt wird in China Hangzhous ????? (xihu longjin cha) „West Lake“ Long Jin Tee. Nicht nur der Tee sondern auch der?? (Xi hu) West Lake sind in China sehr namenhaft. Das besondere an dieser Teesorte ist, dass sie einen nussigen Geschmackt hat der in die Tiefe geht. Der Geschmackt bleibt nicht nur auf der Zunge, sondern entfaltet sich auch im Magen. Was die dreidemonsionalität des Geschmacks angeht, dies gilt auch für qualitativ hochwertigen ??? Wulong ( Raben und Drachen) Tee, in Deutschland auch Olong genannt.
Auf die Zubereitung dieses Tees werde ich später noch zu sprechen kommen, ersteinmal konzentrieren wir uns auf den Grünen Tee.
Grüner Tee, egal wie lange man ihn ziehen lässt, egal welcher Aufguss, wird nicht bitter.
Das Geheimnis ist einfach, man braucht guten Grünen Tee. Zuersteinmal ist darauf zu achten, dass man sich junge Blätter kauft. Häufig bekommt man in Geschäften zerkleinerte alte Blätter feilgeboten, das macht den Einkauf zugegebenermaßen schwieriger, aber nicht unmöglich. Junge Blätter erkennt man daran dass sie klein und hellgrün sind, sowie, bei näherer Betrachtung feine Häärchen zu erkennen sind. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist, dass, wenn man die Blätter übergießt, sie beginnen, senkrecht zur Wasseroberfläche zu stehen.
Möchte man sich in China ??? kaufen, so sollte man mit zehn €uro für 100 Gramm rechnen, soviel habe ich für meinen beim ???? (tianfumingcha) gezahlt, eine Teehauskette die in ganz China wiederzufinden ist.
Nun zu der klassischen Zubereitungsart.
Ein Teeset zur Zubereitung von Grün Tee umfasst ein Teebrett ?? (chapan), eine Glaskanne mit Sieb, eine Tasse sowie kleine Becher, aus denen man trinkt.
Die Tassen können wiederum gegliedert werden in ?? (yinbei) Tassen, aus denen man trinkt, und ???? (wenxiangshengbei) Tassen, an denen man riecht.
Das Teebrett, meistens kunstvoll verziert, dient dazu, das Wasser, welches bei der Teezeremonie verschüttet wird, aufzufangen. Nachdem man Wasser aufgekocht hat erwärmt man zuersteinmal die Tasse zur Zubereitung des Tees, ebenso die kleinen Becher aus denen man trinken wird. Danach wird ein Löffel Teeblätter in die Tasse gefüllt und abgedeckt. Es gibt spezielle Tassen die sich verfärben, sobald der Tee lange genug gezogen ist. Eine Minute kann ausreichend sein, allerdings wird der Tee nicht bitter, wenn man ihn auch länger ziehen lässt, je nachdem wie oft man den Tee aufgießt, verlängert sich die Zeit ein wenig, weil der Geschmack pro Aufguss weniger intensiv wird.
Solltet ihr aber stolzer Besitzer eine sich verfärbenden Tasse seit, freut euch. Nach dem der Tee ausreichend gezogen ist, schüttet ihr diese durch ein Sieb in die kleine Glaskanne.
Der fertige Tee wird dann von der Glaskanne zuerst in die glockenförmigen???? gefüllt die dann wiederum mit den?? bedeckt werden. Mit einer schnellen Bewegung des Handgelenks wird dann beides zusammen umgedreht, und der ???? langsam angehoben, so dass der Tee dem???? in den ?? entweichen kann. An dem glockenförmigen Becher kann man nun das Aroma des Tees riechen, bevor man, in genau drei Schlucken den Tee aus seinem?? trinkt. 
Ein kleiner Tipp von mir. Teetrinken im Alltag ist bei weitem nicht so kompliziert. Die Chinesen benutzen Glas- oder Plastikflaschen, die den deutschen Thermoskannen sehr ähnlich sind, nur dass noch ein Sieb mit eingebaut ist. Man füllt den Tee in seine Kanne, schraubt das Sieb drauf, gießt heißes Wasser auf den Tee und trägt diesen dann den Tag über mit sich rum. Man achtet weder auf die richtige Temperatur des Wassers, noch darauf, wie lange der Tee ziehen muss, man trinkt ihn wenn man Zeit hat, und sich danach fühlt. Ist er alle, so kann man sich praktisch überall an Heißwasserautomaten wieder welchen nachfüllen. Die einzige Regel, die im Alltag gilt ist, niemals Tee trinken, der länger als ein Tag alt ist, das ist schlecht für die Gesundheit. Spätestens am Abend sollte man den Tee für den nächsten Tag wechseln. Abgesehen davon, nach vier bis fünf Aufgüssen hat der Tee kaum noch Geschmack, wenn man ihn genießen möchte, rate ich spätestens nach dem vierten Aufguss sich ein paar neue Teeblätter zu gönnen.
Desweiteren sehr verbreitet ist in China der ?? (hongcha) der unserem Schwarztee entspricht, ???? (molihuacha) Jasminblütentee und andere Blütentees wie zum Beispiel Rosentee, der aussschließlich aus Rosenknospen besteht.
Die Zubereitung dieser Teesorten ist verhältnismäßig einfach. Alles was man braucht sind zwei kleine Glaskannen. Die eine Teekanne hat direkt ein Sieb eingearbeitet, die andere sieht eher aus, wie eine kleine Milchkanne aus der man dann den Tee servieren wird. Zuerst wird der Tee in die kleine gläserne Teekanne mit integriertem Sieb gefüllt, ziehen gelassen und dann, durch ein feineres Sieb, welches in die andere Glaskanne eingehängt wird, in die andere Kanne gegossen, von der aus dann der Tee direkt in die ?? (Trinkbecher) gegossen wird.
Weniger simpel ist die Teezeremonie zur Zubereitung des weltbekannten??? Olong Tee.
Das Teeset beinhaltet ein Teebrett?? (chapan), zwei kleine Kannen, eine mit Verzierungen und Henkel, eine schlichte ohne Henkel, dafür aber mit breitem Rand um den Teedeckel, sowie die schon erwähnten?? (yinbei) Tassen, aus denen man trinkt, und die ???? (wenxiangshengbei) Tassen, an denen man riecht.
Zuersteinmal wird in die verzierte Kanne mit Henkel ein Löffel Teeblätter gegeben und diese mit Wasser überkocht. Mit diesem ersten Aufguß wird die zweite Kanne sowie die Becher erwärmt. Dann folgt ein zweiter Aufguß, diesen lässt man kurz ziehen bevor man dann den Inhalt der verzierten Kanne in die schlichte Kanne, in der ein Sieb eingearbeitet ist, gibt. Da die Kanne keinen Henkel hat, hält man sie an dem breiten Rand fest um den Tee in die???? zu gießen. Dann folgt, wie gewohnt das Ritual, die???? mit den ?? zu bedecken um anschließend mit einer schnellen Handbewegung das ganze umzudrehen, die ???? vorsichtig zu entfernen um anschließen das Aroma des Tees riechen zu können.
Für ein ??? Teeset sollte man darauf achten, dass die Kannen aus Ton sind, damit man noch mehr vom Aroma rauskitzeln kann.
Nun ein paar Angaben zu den Preisen, wobei man bitte daran denken sollte, dass dies eine Anschaffung fürs Leben ist, und dementspechend vielleicht nicht direkt erschreckt von dem Gedanken Abstand nimmt sich dieses zu kaufen.
Das Teebrett, für alle Arten der Teezereomie wichtig, haben wir für 33 Euro erstanden, wobei es noch weitaus teurere Varianten davon gibt. Den Löffel zusammen mit den Instrumenten zur Säuberung der Kannen ist für 12 Euro erhältlich, ist aber nicht unbedingt von Nöten. Für die zwei Tonkannen sowie sechs Trinkbechern hat Basti 14 Euro gezahlt, für die zwei Glaskannen neun. Möchte man sich die „Riech- und Trinkbecher“ einzeln kaufen, so kosten diese jeweils siebzig Cent. Die sich verärbende Tasse zur Zubereitung von Grünen Tee ,zusammen mit zwei Trinkbechern, ist in Shanghai für 15 Euro erhältlich.
Dies sind natürlich die kostengünstigen Alternativen gewesen, die Preise können nach oben hin offen sein, allerdings ist Teuer nicht unbedingt immer schöner oder besser.
Ansonsten gibt es noch nicht viel Neues aus Jinhua??. Basti wird morgen seinen Pass zurückerhalten, dann werde ich meinen bei der Polizei zur weiteren Bearbeitung einreichen. Seit gestern sind wir übrigens stolze Besitzer zweier gebrauchter Fahrräder, die man durch abspringen bremst J Desweiteren waren wir gestern auf der Suche nach einem passenden Motorrad für uns beide. Wir werden uns heute noch welche ansehen, aber bis jetzt scheint uns die Yamaha YBR 125 G eine gute Alternative zu sein. Für Gewöhnlich fährt man hier in China nur 125er. Allerdings werden wir uns heute noch ein paar 150er anschauen, die angeblich Geländetauglich sein sollen. Das chinesische Wort für Enduros scheint wohl ????? (shandi yue ye che) zu sein, zumindenstens hat dies der Verkäufer benutzt und auf eine Enduro von BMW gezeigt…die BMW Pest hat anscheinend auch schon auf China übergegriffen. Desweiteren hat uns Dim, ein ukrainischer Auslandsstudent angeboten, uns bei der Suche nach Motorrädern zu helfen, und uns den Tipp gegeben, dass man auch ohne Führerschein fahren kann, kontrolliert würde man wohl nur, wenn man einen Unfall hat. Nichtdestotrotz werde ich Versuchen den Test zu bestehen, damit ich, wie Bastis Vater vorgeschlagen hat, was schönes für die Zimmerwand habe J Anbei viele Grüße und ein großes Dankeschön für all die Bemühungen die er auf sich nimmt, um uns diesen Blog zu ermöglichen!












