Archiv für August 2008

Die chinesische Teezeremonie

Montag, 25. August 2008

Sach- statt Lachgeschichte.

Je nach Teesorte gibt es verschiedenene Zubereitungsmethoden, wobei in China der Tee in drei unterschiedliche Kategorien klassifiziert wird. Der Grüne Tee (Lü Cha) ist einer der bekanntesten chinesischen Teesorten, auch in Deutschland. Viele Gerüchte werden gesponnen, wie man den Grünen Tee zubereiten müsse, damit er nicht bitter würde. Das Wasser müsse 80°C warm sein, der Tee dürfe nicht länger als 60 Sekunden ziehen…ich weiss gar nicht mehr wie viele unterschiedliche Empfehlungen man bekommt, und egal wie gewissenhaft man diese Regeln befolgt, der Grüne Tee, den man in Deutschland erstehen kann, schmeckt doch einfach immer bitter, mal mehr, mal weniger. Aber man trinkt ihn ja nicht, weil er schmeckt, sondern weil er gesund ist! Ich hoffe die Ironie steht nicht nur zwischen den Zeilen.

Grüner Tee ist Genuß, ich spreche aus Erfahrung, Erfahrung die ich in China machen konnte.

Besonders bekannt, geschätzt und geliebt wird in China Hangzhous ????? (xihu longjin cha) „West Lake“ Long Jin Tee. Nicht nur der Tee sondern auch der?? (Xi hu) West Lake sind in China sehr namenhaft. Das besondere an dieser Teesorte ist, dass sie einen nussigen Geschmackt hat der in die Tiefe geht. Der Geschmackt bleibt nicht nur auf der Zunge, sondern entfaltet sich auch im Magen. Was die dreidemonsionalität des Geschmacks angeht, dies gilt auch für qualitativ hochwertigen ??? Wulong ( Raben und Drachen) Tee, in Deutschland auch Olong genannt.

Auf die Zubereitung dieses Tees werde ich später noch zu sprechen kommen, ersteinmal konzentrieren wir uns auf den Grünen Tee.

Grüner Tee, egal wie lange man ihn ziehen lässt, egal welcher Aufguss, wird nicht bitter.

Das Geheimnis ist einfach, man braucht guten Grünen Tee. Zuersteinmal ist darauf zu achten, dass man sich junge Blätter kauft. Häufig bekommt man in Geschäften zerkleinerte alte Blätter feilgeboten, das macht den Einkauf zugegebenermaßen schwieriger, aber nicht unmöglich. Junge Blätter erkennt man daran dass sie klein und hellgrün sind, sowie, bei näherer Betrachtung feine Häärchen zu erkennen sind. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist, dass, wenn man die Blätter übergießt, sie beginnen, senkrecht zur Wasseroberfläche zu stehen. Möchte man sich in China ??? kaufen, so sollte man mit zehn €uro für 100 Gramm rechnen, soviel habe ich für meinen beim ???? (tianfumingcha) gezahlt, eine Teehauskette die in ganz China wiederzufinden ist.

Nun zu der klassischen Zubereitungsart.

Ein Teeset zur Zubereitung von Grün Tee umfasst ein Teebrett ?? (chapan), eine Glaskanne mit Sieb, eine Tasse sowie kleine Becher, aus denen man trinkt.

Die Tassen können wiederum gegliedert werden in ?? (yinbei) Tassen, aus denen man trinkt, und ???? (wenxiangshengbei) Tassen, an denen man riecht.

Das Teebrett, meistens kunstvoll verziert, dient dazu, das Wasser, welches bei der Teezeremonie verschüttet wird, aufzufangen. Nachdem man Wasser aufgekocht hat erwärmt man zuersteinmal die Tasse zur Zubereitung des Tees, ebenso die kleinen Becher aus denen man trinken wird. Danach wird ein Löffel Teeblätter in die Tasse gefüllt und abgedeckt. Es gibt spezielle Tassen die sich verfärben, sobald der Tee lange genug gezogen ist. Eine Minute kann ausreichend sein, allerdings wird der Tee nicht bitter, wenn man ihn auch länger ziehen lässt, je nachdem wie oft man den Tee aufgießt, verlängert sich die Zeit ein wenig, weil der Geschmack pro Aufguss weniger intensiv wird.

Solltet ihr aber stolzer Besitzer eine sich verfärbenden Tasse seit, freut euch. Nach dem der Tee ausreichend gezogen ist, schüttet ihr diese durch ein Sieb in die kleine Glaskanne.

Der fertige Tee wird dann von der Glaskanne zuerst in die glockenförmigen???? gefüllt die dann wiederum mit den?? bedeckt werden. Mit einer schnellen Bewegung des Handgelenks wird dann beides zusammen umgedreht, und der ???? langsam angehoben, so dass der Tee dem???? in den ?? entweichen kann. An dem glockenförmigen Becher kann man nun das Aroma des Tees riechen, bevor man, in genau drei Schlucken den Tee aus seinem?? trinkt.

Ein kleiner Tipp von mir. Teetrinken im Alltag ist bei weitem nicht so kompliziert. Die Chinesen benutzen Glas- oder Plastikflaschen, die den deutschen Thermoskannen sehr ähnlich sind, nur dass noch ein Sieb mit eingebaut ist. Man füllt den Tee in seine Kanne, schraubt das Sieb drauf, gießt heißes Wasser auf den Tee und trägt diesen dann den Tag über mit sich rum. Man achtet weder auf die richtige Temperatur des Wassers, noch darauf, wie lange der Tee ziehen muss, man trinkt ihn wenn man Zeit hat, und sich danach fühlt. Ist er alle, so kann man sich praktisch überall an Heißwasserautomaten wieder welchen nachfüllen. Die einzige Regel, die im Alltag gilt ist, niemals Tee trinken, der länger als ein Tag alt ist, das ist schlecht für die Gesundheit. Spätestens am Abend sollte man den Tee für den nächsten Tag wechseln. Abgesehen davon, nach vier bis fünf Aufgüssen hat der Tee kaum noch Geschmack, wenn man ihn genießen möchte, rate ich spätestens nach dem vierten Aufguss sich ein paar neue Teeblätter zu gönnen.

Desweiteren sehr verbreitet ist in China der ?? (hongcha) der unserem Schwarztee entspricht, ???? (molihuacha) Jasminblütentee und andere Blütentees wie zum Beispiel Rosentee, der aussschließlich aus Rosenknospen besteht.

Die Zubereitung dieser Teesorten ist verhältnismäßig einfach. Alles was man braucht sind zwei kleine Glaskannen. Die eine Teekanne hat direkt ein Sieb eingearbeitet, die andere sieht eher aus, wie eine kleine Milchkanne aus der man dann den Tee servieren wird. Zuerst wird der Tee in die kleine gläserne Teekanne mit integriertem Sieb gefüllt, ziehen gelassen und dann, durch ein feineres Sieb, welches in die andere Glaskanne eingehängt wird, in die andere Kanne gegossen, von der aus dann der Tee direkt in die ?? (Trinkbecher) gegossen wird.

Weniger simpel ist die Teezeremonie zur Zubereitung des weltbekannten??? Olong Tee.

Das Teeset beinhaltet ein Teebrett?? (chapan), zwei kleine Kannen, eine mit Verzierungen und Henkel, eine schlichte ohne Henkel, dafür aber mit breitem Rand um den Teedeckel, sowie die schon erwähnten?? (yinbei) Tassen, aus denen man trinkt, und die ???? (wenxiangshengbei) Tassen, an denen man riecht.

Zuersteinmal wird in die verzierte Kanne mit Henkel ein Löffel Teeblätter gegeben und diese mit Wasser überkocht. Mit diesem ersten Aufguß wird die zweite Kanne sowie die Becher erwärmt. Dann folgt ein zweiter Aufguß, diesen lässt man kurz ziehen bevor man dann den Inhalt der verzierten Kanne in die schlichte Kanne, in der ein Sieb eingearbeitet ist, gibt. Da die Kanne keinen Henkel hat, hält man sie an dem breiten Rand fest um den Tee in die???? zu gießen. Dann folgt, wie gewohnt das Ritual, die???? mit den ?? zu bedecken um anschließend mit einer schnellen Handbewegung das ganze umzudrehen, die ???? vorsichtig zu entfernen um anschließen das Aroma des Tees riechen zu können.

Für ein ??? Teeset sollte man darauf achten, dass die Kannen aus Ton sind, damit man noch mehr vom Aroma rauskitzeln kann.

Nun ein paar Angaben zu den Preisen, wobei man bitte daran denken sollte, dass dies eine Anschaffung fürs Leben ist, und dementspechend vielleicht nicht direkt erschreckt von dem Gedanken Abstand nimmt sich dieses zu kaufen.

Das Teebrett, für alle Arten der Teezereomie wichtig, haben wir für 33 Euro erstanden, wobei es noch weitaus teurere Varianten davon gibt. Den Löffel zusammen mit den Instrumenten zur Säuberung der Kannen ist für 12 Euro erhältlich, ist aber nicht unbedingt von Nöten. Für die zwei Tonkannen sowie sechs Trinkbechern hat Basti 14 Euro gezahlt, für die zwei Glaskannen neun. Möchte man sich die „Riech- und Trinkbecher“ einzeln kaufen, so kosten diese jeweils siebzig Cent. Die sich verärbende Tasse zur Zubereitung von Grünen Tee ,zusammen mit zwei Trinkbechern, ist in Shanghai für 15 Euro erhältlich.

Dies sind natürlich die kostengünstigen Alternativen gewesen, die Preise können nach oben hin offen sein, allerdings ist Teuer nicht unbedingt immer schöner oder besser.

Ansonsten gibt es noch nicht viel Neues aus Jinhua??. Basti wird morgen seinen Pass zurückerhalten, dann werde ich meinen bei der Polizei zur weiteren Bearbeitung einreichen. Seit gestern sind wir übrigens stolze Besitzer zweier gebrauchter Fahrräder, die man durch abspringen bremst J Desweiteren waren wir gestern auf der Suche nach einem passenden Motorrad für uns beide. Wir werden uns heute noch welche ansehen, aber bis jetzt scheint uns die Yamaha YBR 125 G eine gute Alternative zu sein. Für Gewöhnlich fährt man hier in China nur 125er. Allerdings werden wir uns heute noch ein paar 150er anschauen, die angeblich Geländetauglich sein sollen. Das chinesische Wort für Enduros scheint wohl ????? (shandi yue ye che) zu sein, zumindenstens hat dies der Verkäufer benutzt und auf eine Enduro von BMW gezeigt…die BMW Pest hat anscheinend auch schon auf China übergegriffen. Desweiteren hat uns Dim, ein ukrainischer Auslandsstudent angeboten, uns bei der Suche nach Motorrädern zu helfen, und uns den Tipp gegeben, dass man auch ohne Führerschein fahren kann, kontrolliert würde man wohl nur, wenn man einen Unfall hat. Nichtdestotrotz werde ich Versuchen den Test zu bestehen, damit ich, wie Bastis Vater vorgeschlagen hat, was schönes für die Zimmerwand habe J Anbei viele Grüße und ein großes Dankeschön für all die Bemühungen die er auf sich nimmt, um uns diesen Blog zu ermöglichen!

Bürokratie und Tee

Donnerstag, 21. August 2008

In den letzten Tagen war es ja etwas ruhig um uns geworden, da wir wenig unternehmen konnten und dementsprechend wenig zu Berichten hatten. Dennoch möchte ich doch eine kurze Zusammenfassung der letzten Tage machen.

Wir hatten uns Sonntag eine Auszeit gegönnt und haben mal ein Tag im Hotel verbracht. Montag sollten wir ja eigentlich in das Wohnheim in der Uni umziehen, da dort aber noch renoviert wurde, wurde unser Umzug dann auf Dienstag Mittag verschoben. Da wir den ganzen Tag auf Benachrichtigung bezüglich des Wohnheims warten mussten, waren wir dann auch am Montag mehr oder weniger zur Untätigkeit verurteil. Am Dienstag Morgen um 8 Uhr stand dann Kate vor unserer Tür um uns zur Polizeistation zu begleiten, um unser X-Visum zu verlängern. Diese Zeiten waren wir einfach nicht mehr gewöhnt und so haben wir uns die erste Stunde wie brave Schaaafe “OK” määhend durch die Gegend scheuchen lassen: Down the Floor on the left Side, up to the third Floor on the Left, down the corridor the sixth door oh sorry they seem to have rebuild this place some time in the past hm back down, oh no its there the third door on the right.. sit please. Und damit waren wir bei der richtigen Bürokratie, äh im richtigen Büro gelandet. Ein Polizeibeamter sitzt mit unseren Pässen an seinem PC und tippt mysteriöse Romane, springt auf, läuft um den Tisch zu nem anderen PC, tippt, läuft zurück, das ganze nochmal, dann irgendwelche Diskusionen auf chinesisch mit Kate, tippen, dann fragt Kate nach einer Telefonnummer, und das wars dann erstmal… in DIESEM Polizeirevier. Im Taxi gehts in die Stadt zu dem nächsten Revier, Kate schickt mich irgendwelche mysteriösen Dokumente kopieren, dann erklärt sie dass meine Biometrischen Fotos hier wahrscheinlich nicht genommen werden, deswegen zur Sicherheit 8 Neue machen, müssen wir auch nur bezahlen wenn wir sie wirklich brauchen. An dieser Stelle spätestens schlägt uns der krasse Wiederspruch zwischen der lockeren Mentalität der Chinesen und der unendlichen Bürokratie in diesem Land förmlich ins Gesicht. Als nächstes geht es zum Schalter für “Wai Guo Ren” (Ausländer). Ein netter Englisch sprechender Beamte macht als erstes noch ein Bild mit seiner kleinen Webcam von mir wie ich an seinem Counter sitze, auch für die Akten, unendliches Rumgeklickse, hier ein Haken da was eingeben, kritisches Betrachten des ca 2 cm dicken Stapel an Formularen und Dokumenten die wir mitgebracht haben, wieder tippen und rum klicksen, dann nimmt er meinen Reisepass, packt ein Gummi drum: “you need to come here next Tuesday to get your Passport back.” Ok also die nächste Woche kein Reisepass mehr, müssen wir unsere geplante Fahrt nach Hangzhou und Shanghai wohl erstmal wieder verschieben auf nächste Woche.

Erstaunlicherweise hat uns die ganze Aktion gerade mal 3 Stunden gekostet. Wir verabschieden uns vor unserem Hotel erstmal wieder von Kate die uns noch auf den Weg gibt, dass wir diesen Abend dann auch in das Wohnheim einziehen können, es müsse nur noch geputzt werden, aber so um 17 Uhr könnten wir dort auftauchen. Määäh äh Ok. Das lässt uns 5 Stunden in denen wir mit unseren Backpacks und Taschen irgendwie unsere Zeit vertreiben müssen, da wir ja schon um 12 aus dem Hotel auschecken müssen.

Wir entscheiden uns, aus einem leichten Heimwehgefühl meinerseits, für ein Restaurant dass uns Kate wegen der “Westlichen” Küche für solche Augenblicke empfohlen hatte.

Die Einrichtung war schonmal überzeugend, man setzt sich dort auf an der Decke hängende Bänke. Auf der Speisekarte befanden sich Spaghetti, Burger, Pommes, Pizza usw. Ok genau das was ich jetzt brauche. Dazu ein Pi jiu (Bier) und zwei Wassermelonensäfte, eine Portion “Yi da li irgendwas Mian” (Spagetti Bolognese wie wir schätzen), und gebratenen Reis mit Gemüse für Nora, gute Mischung.

Das Bier kommt in einer 0,57 Flasche hat 2,8% und schmeckt für mich, der ja an das “extrem harte” Kölsch gewöhnt ist, ein wenig wässrig. Die Spaghetti schmecken sehr chinesisch und haben in etwa die Qualität derer aus der IGS Mensa, sind aber grad noch essbar.

Von da an gings dann bergab, denn wir überlegten uns, um noch mehr Zeit mit Klimaanlage verbringen zu können, noch einen “Erdbeersaft” und zwei ??? Han Bao Bao (Hamburger) zu bestellen… Mit leichtem Unwohlsein ca. 30 kg pro person auf dem Rücken bei 39° machen wir uns auf den Weg zum Wohnheim.

Das Wohnheim sieht bis auf Kleinigkeiten vergleichsweise gut aus. Gut, das Bad ist etwas gammelig, halb verschimmelte Duschvorhänge, die Tür zum tatsächlichem Klo geht mir etwa bis zur Brust, die Klimaanlage reicht auch nicht bis hier rein, also ca 45° warm auf dem Klo. Die Küche sieht auf den ersten Blick sauber aus, wird auch gut von den Klimaanlagen in den 2 Schlafzimmern gekühlt. Zwei Gasbrenner zum Kochen, ein Abzug, ein Kühlschrank, mist, leider kein Ofen, ein Tisch, vier Hocker und eine Vitrine. Die Schlafzimmer gerade zu luxuriös. Pro Zimmer ein Fehrseher, zwei Schreibtische, ein Schrank, eine Vitrine und zwei Betten. Ein Zimmer hat sogar einen Balkon, Internet geht dafür aber leider nur in dem Anderen. Alles in allem aber recht wohnlich.

Den nächsten Tag gehts erstmal zum WalMart Klobrille kaufen, ein Brett mit vier ganz guten und vor allem scharfen Messern, einer Schere und irgendnem Multiwerkzeug, vier Euro, ein neuer MP3 Player für Nora, 15 Euro 2 GB 1 cm groß… Wir werfen alles in den Einkaufswagen was wir evt noch brauchen können für unsere kleine Wohnung. An der Kasse kommt dann der Schock 450 yuan aach richtig sind ja bloß 45 Euro.

Am Abend gehen wir zum Jazz Island Koffee das wir schon ein paar mal auf dem Weg in die Stadt gesehen haben und irgendwie vom Namen her ja genau unser Ding ist. Aber schon bald nachdem wir die Treppe hinter uns haben drängt sich uns eine neue Chinesische Weisheit auf. Vorsicht, vor allem mit englischer Beschreibung, denn was da in Englisch drauf steht ist mit ziemlicher Sicherheit NICHT drin.

OK, der Empfang ist nett, gibt aber den Eindruck dass dies doch eher ein Etablissement für die Besserbetuchten ist. Ein Counter am Eingang mit Empfangsdame, die uns auf Chinesisch nach unserer Reservierung fragt. Wir ziehen die Ausländerkarte “Ting Bu Dong” (Versteh nix) und werden zu einem Tisch mit zwei Sofas geführt, soweit so gut. Die Karte enthält neben saftigen Preisen viele verschiedene Kaffeesorten. Von live Jazz kann man nur träumen. Seichte Fahrstuhlmusik tröpfelt aus den Lautsprechern an der Decke, hinweggespühlt von dem auf voller Lautstärke plärrenden TV an der Wand, das wie immer zu dieser Zeit Olympische Spiele und die unzähligen Siege der Chinesischen Athleten zeigt.

Das Essen war zwar sehr gut, aber bei dem fast zehnfachem Preis sollte das wohl auch so sein. Der Kaffee war nahezu tödlich und das bei Preisen, die auch in Deutschland nicht als billig empfunden würden. Wir schleppen uns gerade noch so in den nächsten Teeladen um mit hervorragendem Tee das Gift aus dem Mund zu spühlen.

Wir sitzen bei nicht ganz so hervorragendem Tee mit zwei Bediehnungen und verstehen nichts, da Beide einen so breiten Akzent sprechen, lassen uns aber dennoch überzeugen eine kleine gläserne Teekanne mit Sieb für 6 Euro zu kaufen. Dafür ist der getrunkene Tee umsonst, was die ganze Veranstaltung dann wieder recht günstig macht. Wir entscheiden uns wieder 80 cent für ein Taxi bis zur Uni auszugeben, da wir, wie so oft, nicht die geringste Ahnung haben wo wir uns befinden.

Bastian

Prepare for Awesomeness

Donnerstag, 21. August 2008

Wer kennt sie nicht, die Szene aus der Kinowerbung für Kung Fu Panda, in dem der Sprecher nach dem Panda ruf? Man hört ein lautes „coming“, das Publikum wartet, die Spannung steigt. Man vernimmt ein leises Schnauben, es wird lauter, nähert sich dem Zuschauer und dann endlich erscheint eine Finger, eine Hand. Langsam, ganz langsam erscheint der Panda der sich mit letzter Kraft an einer Treppenstufe hochzieht. Erschöpft und müde rollt er sich auf die Seite und stöhnt verlegen „stairs“.

Pandas sind vor allem süß. Manche mögen sagen, sie sind faul und dumm, aber das ist eine zweidemensionale Betrachtungsweise.

Die Vorfahren von des Pandabären waren Fleischfresser, im Laufe der Evolution haben sich diese zu Vegetariern weiterentwickelt. Die schwarz weißen Kugeln, deren Färbung hauptsächlich der Abschreckung dient, ernähren sich ausschließlich von Bambus. Circa alle 25 Jahre blühen Bambusse, nach ihrer Blüte sterben die Pflanzen allerdings ab, was den Hungertot für viele Pandas bedeutet. Diese einseitige Ernährung fordert aber noch einen weiteren Preis. Es kostet den Panda viel Energie diese faserreiche Kost zu verdauen, welches wiederrum dazu führt, dass der Panda schnell müde wird, und selbst wenn ein attraktiver Sexualpartner sich dem Bären annähert ist er zu erschöpft um sich Fortzupflanzen. In Pandareservoirs kann zwar das Problem überwunden werden, dass Pandas in freier Natur nur sehr selten einander begegnen, trotzdem ist der Erfolg der Pandazucht gering. Pandamännchen haben einen zu kleinen Penis, die wenigsten Spermien überleben den langen Weg bis zur Eizelle, und selbst dann sind Pandaweibchen schwer zu befruchten.

Der Versuch, Männchen und Weibchen zusammen in einen Käfig zu stecken um das Interesse aneinander zu wecken, scheitert meistens daran, dass beide einfach zu erschöpft sind von der Nahrungsaufnahme. Versucht man die Pandas allerdings hungrig zu lassen, haben sie wiederum nicht genug Energie für den anstrengenden Sexualakt. Ein beliebter Muntermacher scheinen jedoch Pornos zu sein. Man hat festgestellt, dass wenn man Pandas Videos beziehungsweise Tonbandaufnahmen vorspielt, in denen Menschen heftig stöhnend ihre Lust aneinander bekunden, steigert dies wiederum die Lust des Pandabären. Eine wissenschaftliche Erklärung für dieses Verhalten wurde jedoch noch nicht gefunden.

All diese Informationen beziehe ich aus meinem letzten Besuch des ????????? (daxiongmao fanzhi yanjiu zhongxin) Giant Panda Research Base in ??Chengdu, Sichuans Hauptstadt. Dieses Institut bietet nicht nur die Möglichkeit Pandas und rote Pandas zu besichtigen, sondern auch sich zusammen mit einem Panda oder Babypanda fotographieren zu lassen, jedoch muss man dies extra bezahlen (circa 1200yuan für letzteres).

Das Pandamuseum bietet neben einer Menge Zusatzinformationen auch die Möglichkeit Souveniers zu erstehen. Mein persönlicher Tipp, investiert 8 € in eine Starbuckstasse, auf ihr ist ein Panda abgedruckt sowie die chinesischen Schriftzeichen für Chengdu. Außerdem, fasst sie einen halben Liter Kaffee, über den ihr euch freuen werdet, wenn ihr in eure Heimat zurückkehrt. Guten Kaffee gibt es nicht in China.

Und an der Stelle noch eine SchleichwerbungJ

In der Kyffhäuser Straße (Haltestelle Bahnhof Süd mit der KVB Bahnlinie 9 in Köln) gibt es Kaffee für Genießer. Der Besitzer Fabio ist Barista, sprich, ausgebildeter Spezialist für Kaffee und bietet neben absoluter Kaffeeoffenbarung auch hervorragende italienische Gerichte zu günstigen Preisen an.

Sein Abschiedsgeschenk an uns waren frisch aufgebackene Croissants die ebenfalls qualitativ denen deutscher Bäckereien weit überlegen sind.

Meine persönliche Empfehlung für alle die echten Kaffee trinken möchten…

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit, liebe Grüße aus ??Jinhua?Eure Nora

Virtuelle Bahnreise

Sonntag, 17. August 2008

Um mal wieder etwas beizusteuern, hab ich versucht die Bahnstrecke von Shanghai nach Jinhua auf GoogleEarth zu verfolgen. Ob ich immer das richtige Gleis gefunden hab, weiss ich natürlich nicht, aber ich bin angekommen. (admin)

p.s.: wenn man den Playknopf (>) drückt, fliegt GoogleEarth die Strecke entlang. Es dauert aber ne Stunde.

„Obey the laws of China“

Samstag, 16. August 2008

„Zahlt er selber? Kein Problem!“…“Dann unterschreib noch hier, und hier, uuuund hier auch noch. Hast du einen chinesischen Namen? Nein? Dann such dir einen aus! Einen schönen, der gut klingt! Hast du deinen Pass? Acht Fotos? Visum? Geeeeeeld?“ Die braunen Augen glitzern ein wenig mehr als zuvor…oder war es nur der erste Eindruck den ich noch so tief in meiner Erinnerung trage. Meine aus Erfahrungen gesammelte Vorurteile, die ich auf jeden Chinesen projeziere, bis er mich nicht eines Besseren belehrt? China ist ein Land mit unendlichen Möglichkeiten, für Jeden, der willig ist, dafür zu bezahlen.

Basti hat es geschafft, er darf in Jinhua studieren.

Chinesen sind unkompliziert, leider wird diese Mentalität von der wachsenden Bürokratie überschattet. Chinesen probieren aus, hinterfragen nicht. Chinesen sind neugierig. Keine Vorurteile, entseiden, man belehrt Sie etwas besseren. Chinesen leben, ohne sich darüber Gedanken zu machen, was andere Menschen denken. Ist Ihnen heiß, so knoten sie ihr T-Shirt zusammen, egal wie rund der Bauch auch sein mag. Haben sie ein Kratzen im Hals, so spucken sie, egal ob sie High Heels und eine Guccitasche tragen, oder nicht. Als ich eine Chinesin fragte, warum sie sowas tut lautete Ihre Antwort, es sei doch ungesund etwas im Körper zu behalten, was schlecht für einen sei. Andere Kultur, andere Sicht der Dinge. Man muss lernen diese zu verstehen, diese zu akzeptieren und zu respektieren, sonst wir man sich nicht auf die Dinge konzentrieren können, die schön sind an einer anderen Kultur.

Zhejiang Normal University, 1956 gegründet, umfasst eine Fläche von 720.000 Quadratmeter. Die Bibliothek fasst 227.460.000 Bücher und gilt als die schönste der Provinz. Die Universität hat nicht nur ihre eigene Einkaufsstrasse sondern auch ihr eigenes Krankenhaus welches die Studenten jederzeit in Anspruch nehmen können, wenn sie die entsprechende Karte besitzen, die die Universität ausstellt.

Ein Einzelzimmer im Studentenwohnheim wird 30yuan am Tag kosten. Badezimmer und Küche teilt man mit einem weiteren Student, ebenso die Waschmaschine. Internetanschluss, Fernseher und Klimaanlage sind im Preis inbegriffen.

Ab Montag werden wir temporär in einem alten Wohnheim der Universität wohnen bis das neue Gebäude für die ausländischen Studenten fertiggestellt sein wird.

Dienstag werden wir dann, gemeinsam mit unserer Lehrerin Kate, zur Polizei gehen, um unser Visum verlängern zu lassen. Wenn alles gut geht werden wir danach die Möglichkeit haben noch ein wenig China zu erkunden.

Die letzten zwei Tage haben wir damit verbracht Jinhua näher kennen zu lernen, mir eine chinesische Telefonnummer geben zu lassen sowie ein Bankkonto bei der Bank of China einzurichten. Der Vertrag für das Konto war selbstverständlich auf Chinesisch, was ich verstanden habe ist, dass ich für ein Jahr 10 yuan gebühren Zahlen muss, umgerechnet also einen Euro.

Eine meiner Meinung nach wichtige Information ist, dass man aussschließlich an Bankautomaten Geld abheben kann, und dass es nur zweimal am Tag möglich ist 2500yuan abzuheben. Wollt ihr also ein Motorrad kaufen oder eine anderen große Anschaffung machen, werdet ihr wohl ein paar Tage vorher anfangen müssen zur Bank zu gehen um euch die entsprechende Summe Geld abzuheben.

Befragt man ortsansässige Chinesen zu ihrer Stadt, so sind sich alle darüber einig, dass sie Großstädte wie Shanghai nicht mögen. Jinhua hat ein tolles Klima, saubere Luft, saubere Straßen, Menschen spucken nicht. Der Verkehr ist lebhaft aber bei weitem nicht so chaotisch wie der in Shanghai. In Jinhua gibt es große Einkaufszentren, Shopping Malls, KFC und Straßen in denen man um Jade feilschen kann. Wie kann ich sicher sein, dass das Jade ist, kein Imitat?

Der Verkäufer versucht mit mir zu kommunizieren, ich verstehe ihn nicht, habe meine Zweifel, er versteht meine Körpersprache, steht auf, verschwindet hinter einem Gebüsch. Man hört Glas brechen, der Mann kommt wieder, mit einer großen Scherbe in der Hand. Er nimmt meinen zukünftigen Jadearmreif in die Hand und kratzt damit entlang der Glasscheibe, der Reif bleibt unbeschädigt. Wieviel soll der Armreif kosten? 180 yuan. Nach beharrlichem Kopfschütteln überlässt der Händler mir den Reif für 100 yuan, vermutlich hat er dabei immernoch ein gutes Geschäft gemacht.

Kunsthandwerk kann so wundervoll sein, und so billig, alles was man braucht ist Zeit und den Willen zu handeln, viel zu handeln. Basti hat mich gewarnt, dass man in Tunesien mindestens auf 40% des Ursprungspreises runterhandeln muss, ansonsten hat man einen schlechten Handel gemacht. Ab jetzt wird eine Liste gefüht mit Sachen die ich unbedingt brauche ;) Einen Wunsch habe ich heute schon erfüllt bekommen, einen großen, dicken, runden Stoffpanda der an einem Bambuszweig knabbert, Wal Mart erfüllt wünsche und ist dabei auch noch ganz zentral gelegen, in Jinhua.

Wir fahren auf Feuerrädern bis nach Jinhua

Donnerstag, 14. August 2008

..-re ..-ire get .., ..-ire …get out, fire, fire get out. Was, Feuer, hat er Feuer gesagt??? Hm was? .. whats up? I think he said fire, get out! Oh shit, der Flur ist schon voll Rauch!!

Kein Wecker, nur ein leiser Ruf von einem rennenden Chinesen weckt uns heute Morgen, dabei haben wir Glück, dass wir ihn überhaupt gehört haben. Als wir dann realisieren, was er da ruft, ist es bereits zu spät, der ganze Flur ist im Rauch verschwunden und das Treppenhaus dahinter kann man schon gar nicht mehr sehen. Eine unserer Mitbewohnerinnen fehlt, die andere spricht nur english. Ok ruhig bleiben, was tun. Die Feuerwehr fährt vor unserem Fenster vor. Durch das Fenster wird jedoch keiner von uns entkommen können, da es durch Leuchtreklame versperrt ist. Es fängt an nach Gas zu riechen. Ok so schnell wie möglich Schuhe an und das greifen, was man greifen kann, und raus. Nora wagt sich vor und trifft auf einen Feuerwehrmann, der kommt mit einem der Chinesen von der Reception und bringt uns durch den Rauch den Flur entlang und die Treppe runter, raus aus dem Hostel aus dem Hinterausgang. Wir werden hinter eine Absperrung gebracht, hinter der schon alle anderen aus dem Hostel warten, einige in Boxershorts, andere mit 2 verschiedenen Schuhen an.

-zig schaulustige Chinesen! Die halbnackten verschlafenen Ausländer sind für sie fast interessanter, als die Show, die die Feuerwehr da liefert. Ein Feuerwehrman steht oben auf dem Dach und versucht den Blechschornstein aufzuhämmern. Keiner weiß, was passiert ist. Nach einiger Zeit wird irgendwas rausgebracht und großzügig mit dem Feuerwehrschlauch unter Wasser gesetzt, es sieht für mich verdächtig nach einem Gasbrenner aus sieht. Lange tut sich nichts mehr außer dem Hämmern auf dem Dach. Irgendwann kommt dann das Mädchen aus der Reception und sagt uns, dass das Feuer nur in der Küche war, aber zurück auf die Zimmer können wir nicht. Nach einiger Zeit werden wir von einem Polizisten von der Straße geholt, wir sollen ihm folgen, uns ausruhen. Mit Erleichterung stellen wir fest, dass er uns nur um eine Ecke führt, wo wir uns in einer klimatisierten Lobby hinsetzen können und sogar Wasser umsonst bekommen.

Inzwischen ist es 11 Uhr, um kurz nach eins geht unser Zug nach Jinhua, eigentlich wollten wir schon längst unterwegs sein, um uns Frühstück zu besorgen. 11:40 langsam werden wir nervös und entscheiden uns zurück zum Hostel zu gehen. Wir haben Glück und werden in unsere Zimmer gelassen, noch immer leicht durch den Wind checken wir aus und lassen uns von einem Taxi direkt zum Shanghai Nan Zhan Bahnhof fahren, dort beginnt wiedereinmal die Odyssee, den Weg finden mit dickem Backpack und Umhängetaschen, außer den Soldaten und den Polizisten spricht hier keiner Englisch, der Shanghai Dialekt ist für uns schwehr zu verstehen und der Bahnhof ist ein einziges Labyrinth über 3 Stockwerke. Wie eigentlich immer in den letzten Tagen sind wir nass geschwitzt, als wir den Warteraum erreichen. Von da an geht alles recht reibungslos und bald sitzen wir im Zug und freuen uns, endlich aus der riesen Metropole Shanghai rauszukommen und ein wenig vom Land zu sehen.

Was wir sehen, sind viele bunte Hauser, viele mit Türmchen auf den Dächern, fast alle mit Kringeln an den Ecken, um die Dächer traditioneller oder chinesischer aussehen zu lassen.

Nach ca. zwei Stunden kommen wir in Jinhua an. Wir finden ein Hotelzimmer für 80 yuan die Nacht mit TV und Internet, leider mit Kabel, das wir nicht haben. Nach einer kurzen Suche nach einer Karte von Jinhua, begeben wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir finden einen Stand bei dem man hervorragende gebratene Nudeln bekommt. Auf dem weiteren Weg in die Stadt, finden, was wir für ein Teehaus halten, bis wir durch ein rot beleuchteten Gang in ein privates Zimmer geleitet werden, wo die Sofas schon nicht mehr ganz so sauber sind. Wir trinken dennoch unseren Tee und nehmen reichlich von den angebotenen Snacks, verabschieden uns dann aber doch recht flott wieder von dem Etablissement für „Zivilisiertes sich vergnügen“. Die Stadt ist doch wesentlich größer, als wir gedacht haben, nichts mit Kleinstadt oder so. Riesige Leuchtreklamen und Reklamescreens beleuchten die Stadt. Zwischen riesigen Einkaufszentren auf einem zentralen Platz finden wir ein Freiluftkino.

Am Jinhuajiang, der durch Jinhua fließt, gehen längs des Grünstreifens, entlang von mehreren Sportgeräten, die dort rege genutzt von den Jugendlichen stehen. Wir mieten uns ein Tretboot und verbringen eine Stunde auf dem Fluß. Nass geschwitzt, aber glücklich, nehmen wir ein Taxi zurück zum Hotel. Nach diesem ersten Eindruck gefällt uns Jinhua extrem gut, es ist sauber, die Leute sind nett und die Luft ist ungleich besser als in Shanghai.

Bastian

GoogleTrack verlängert

Mittwoch, 13. August 2008

Die neuesten Ortsangaben wurden soweit ich es raustüfteln konnte an den Track gefügt. Hoffentlich hab ich nicht zu oft falsch geraten. :-) (der admin)

Shanghai2008

Dienstag, 12. August 2008

Nach dem zehnstündigen Flug von Düsseldorf nach Shanghai mit Airberlin galt es zunächst einmal den richtigen Bus vom Flughafen zur richtigen Metrostation zu finden.

Zwei Tage vor dem Abflug habe ich telefonisch zwei Betten im Ming Town Hiker Youth Hostel reserviert gehabt. Diese Einrichtung bietet vierer und sechser Zimmer für 50 yuan pro Nacht an sowie kostenlosen Internetzugang. Ein weiterer Aspekt warum ich mich für dieses Youth Hostel entschieden habe war die zentrale Lage in einer solch pulsierenden Großstadt.

Die Adresse, für all diejenigen die sich eventuell auch für diese Unterkunft interessieren ist die????450? (jiangxizhonhlu450hao). Vom Flughafen aus haben wir den Shuttelbus Nummer 6 bis zur Metrostation ????(shimenyilu) genommen, von dort aus zwei Stationen bis zur ????(nanjingdonglu) gefahren und dann gute fünfzehn Minuten bis zum Hostel gelaufen. Nach Blitz-eincheck sind wir dann zusammen mit Yury zu seinem Hotel gefahren, welches sich leider am anderen Ende von Shanghai befindet. Yury wohnt vorübergehend in einer der drei Radisson Hotel Filialen von Shanghai, und, obwohl es per Taxi zwanzig Minuten vom Herzen Shanghais entfernt liegt, ein tolles Hotel insofern, dass das Schlafzimmer und das Bad nur durch eine Glasscheibe voneinander abgetrennt sind *zwinker zwinker* Allerdings, wenn ihr nicht an sündigen Gedanken und Taten interessiet seid empfehle ich dieses Hotel nicht weiter. Es gibt noch zwei weitere Radissons die wohl in unmittelbarer Nähe vom Herzen der Stadt liegen, jedoch kann ich dazu keine näheren Auskünfte geben.

Nachdem nun alle eine Unterkunft gefunden hatten haben wir nocheinmal es gewagt in ein Taxi zu steigen um uns zur ?????? (Yunnanshengmeishijie) fahren zu lassen. Diese Straße sollte einer der zwei großen Völlereimeilen Shanghais sein, wirklich auskosten konnten wir dies allerdings nicht, weil das erste Kriterium bei der Essensauswahl eins der Hygiene war. Von daher haben wir uns für Dumplings (dünne gedämpfte Nudelteigtaschen mit Fleischfüllung) sowie für in Brühe gekochtem Gemüse entschieden.

Nächstes Ziel sollte dann der ???? (renminguangchan) sein. Ersehnt war ein Ort der Ruhe…als wir herausfanden dass dieser Platz jedoch das Shanghaimuseum, eine große Ausstellungshalle sowie diverse Insekten die ihr Liebesleben bevorzugt laut bekunden beherbergt planten wir stattdessen die Metro zum ???? (dongfangmingzhu) Fernsehturm, auch Oriental Peral Tower genannt, zu nehmen. Dieser Fernsehturm ist sowohl Shanghais Markenzeichen als auch ein klassisches Beispiel gelungener Architektur.

Auf dem Weg zur Metro Linie 2 entdeckten wir unterhalb des???? (renminguangchan) eine Welt für sich. Unzählbare Mengen von Glitzersteinchen, Anziehsachen, Essensständen und alles was das kapitalistische Herz begehrt auf hunderte von kleinen Ständen und Lädchen verteilt. Farben, Formen und Düfte trugen zu einem gelungenen Gesamteindruck bei. Obleich vielleicht hundert Kleider nebeneinander hängen mögen, so erscheinen diese nicht automatisch als Massenware, da es durchaus vorkommen kann, dass nicht ein Kleid dem anderen ähnelt. Der Untergrund Shanghais ähnelt einem Labyrinth an Sinneswahrnehmungen das, wahrscheinlich ausschließlich bei Frauen, Pheromone erzeugen kann.

Zu diesem Zeitpunkt war ich dann das erste und einzige mal froh darüber dass meine EC Karte, die ich mit nach China genommen habe, mir ihre Dienste verweigert…

Mein Tipp an alle Menschen die nicht auf ihre Eltern hören, überlegt es euch doch noch mal…

Weniger kryptisch gesprochen, nehmt euch zwei Karten mit, kontrolliert diese doppelt und dreifach daraufhin ob sie verkratzt oder abgelaufen sein könntet und, auch wenn ich eigentlich absoluter EC Karten Mensch bin, nehmt euch zwei oder dreihundert Euro mit, die Ihr notfalls vor Ort umtauschen könnt, wenn ihr es nicht braucht, um so besser, aber sicher ist sicher.

Nun zutück zu dem Reisebericht.

Alleine aufgrund enormer Selbstdisziplien haben wir es nach einer geschlagenen Stunde geschafft uns aus den Klauen der Kuscheltiere mit großen Augen und zum kleinen Preis loszureißen um zum???? zu gelangen.

Folgt man den vor Ort aufgestellten Schildern vom Fernsehturm hin zum Fluss, erwarten einen wunderschön beleuchtete Promenade und bunte Schiffe die entlang des Flusses gleiten.

Am darauffolgenden Tag haben wir uns dann zu Yury’s zukünftigen Uni begeben, der Fudan Universität im Norden der Stadt.

Wichtig zu wissen ist, wenn man sich ein X Visum für Studenten geholt hat, so muss man sich innerhalb von 30Tagen bei der Polizeibehörde mit abgesegnetem Gesundheitszeugnis zurückgemeldet haben. Wissenswert ist, dass das Gesundheitszeugnis mit einem roten Stempel versehen sein sollte, und vergesst euer Röntgenbild nicht welches ihr in Deutschland ausgehändigt bekommen haben solltet.

Unser nächstes Ziel war?? wo sich der schönste Garten Shanghais drin befinden soll, leider war wir zu spät da dieser nur bis 15.30 geöffnet hat. Stattdessen haben wir uns vor Ort ein wenig in den Straßen verloren die ein unzähliges Sortiment an Dingen bietet die das Tourismusherz begehrt. Durch zufall sind wir einer chinesischen Englischlehrerin begegnet die uns das ?????(liyuanmiyhicha) Teehaus empfohlen hat. Dort wird man gegen eine Gebühr von 30 yuan in die Teezeremonie eingewiesen. Desweiteren sind diese 30 yuan eine Art Teeflatrate, man kann alle Teesorten probieren ohne zusätzlich dafür bezahlen zu müssen.

Faszinierend, zusätzlich zu dem Geschmack und dem Geruch des Tees, ist die angebliche Wirkung des Tees auf den Körper. So zum Beispiel soll Jasminblütentee Falten vorbeugen. Eine andere Teesorte soll der Fettverbrennung dienlich sein.

Unsere Lehrerin hat dicke Menschen als lucky Buddah bezeichnet, wobei die chinesischen Worte ??? (daduzi) sind, was wiederum dicker Bauch heißt. Im Endeffekt waren wir drei Euopäer von dem englischen Begriff mehr angetan als von dem chinesischem.

Etwas anderes, was mich persönlich in seinen Bann gezogen hat war ein Teeset zur Zubereitung von Grünem Tee. Auf der Tasse war ein Drache (Symbol für Mann), auf dem Deckel zur Tasse ein Phoenix (Symbol der Frau), abgebildet, die, wenn der Tee fertig gezogen ist, die Farbe verändern. Schöne Spielerei die man für 150 yuan erstehen kann.

Was wir uns ohne Zögern gekauft haben ist ein Päckchen mit Lycheesaft gesüßter Schwarztee, toller Geruch, genialer Geschmack!

Trotzalledem werde ich mir in einer ruhigen Minute noch ein Päckchen Jasminblütentee erstehen sowie mit Milch parfümierter Wulong Tee. Letzteres erinnert mich an den Taiwanesischen Milchtee, ersteres ist damit ich meinen Sorgenfältchen vorbeugen kann die man so schnell durch das Sinologiestudium bekommt.

Dies waren jetzt meine persönlichen Höhepunkte der letzten zwei Tage, neben der Maouhr die ich erstanden habe…Mao winkt im Sekundentakt.

Morgen werden Basti und Ich uns dann endlich nach ?? Jinhua begeben, dem Ort wo wir dann auch hoffentlich studieren werden.

Das faszinierenste für mich war, dass, obwohl ich bis jetzt nur einmal in China gewesen bin, Basti mich erst wieder an all die kleinen Dinge erinnern musste, die das Reich der Mitte so anders erscheinen lässt, als der Ort, den wir unsere Heimat nennen. Für Ihn waren die Dinge faszinierend und befremdend, die für ich schon Alltag geworden waren, wie zum Beispiel die hemmungslos überlasteten Elektroroller, die sich leise im täglichem Verkehrschaos ihren Weg erzwingen, der Countdown der über dem Ampelmännchen erscheint, sobald die Fußfänger Grün bekommen, die losen Stromkabel die überall hängen oder die Männer, die, egal welcher Bauchumfang, ihr T-Shirt hochbinden damit sie weniger schwitzen müssen…auf jeden Fall, danke dass du dabei bist!

bisherige Reiseroute

Montag, 11. August 2008

Wenn genaue Ortsangaben vorhanden sind, kann man die Route in GoogleEarth nachvollziehen. Hier die bisherige Reise als GoogleEarth Track. (beigesteuert vom freundlichen Admin)

Reisevorbereitung

Mittwoch, 06. August 2008


Die Frage die einen Rucksacktouristen am Meisten beschäftigt?

Was brauche ich, und was muss ich gegen alle Vernunft trotzdem mitnehmen, auch wenn ich es nicht brauche?

Zuerst gilt die Frage zu klären, was man überhaupt an Gepäck mitnehmen darf.

Das aufgegebene Gepäck darf nur 20 kg schwer sein, das Handgepäck sechs Kilo wobei die von der jeweiligen Fluggesellschaft vorgegebenen Richtlinien gelten. Ich fliege mit AirBerlin nach Shanghai. Nach den Bestimmungen dieser Fluggesellschaft darf mein Handgepäck die Maße von 55 cm x 40 cm x 20 cm nicht überschreiten.

Nun zu der Frage, was ich als sinnvoll erachte auf jeden Fall bei einem einjährigen Chinaaufenthalt dabei zu haben.

Ganz oben auf der Liste stehen drei paar bequeme Schuhe. Ich habe mich für Joggingschuhe von Aisecs entschieden sowie ein Paar allround Trekkingschuhe von Jack Wolfskin. Ich habe bei meinem letzten Chinaaufenthalt mir leider beide Bänder an dem Fußgelenk überdehnt und es hat Monate gebraucht dass ich wieder ohne Stützbandagen laufen konnte. Insofern mein Tipp, kauft euch Schuhe die hoch gehen, viel Profil haben und wasserdicht sind. Auf jeden Fall zwei paar feste Schuhe mitnehmen, damit ihr bei Bedarf wechseln könnt. Wenn Schuhe nass werden kann dies zu unangenehmen Gerüchen führen. Das dritte Paar „Schuhe“ das mich begleiten wird sind sehr bequeme Flipflops von Adidas. Wichtig bei diesem Kauf war mir, dass ich eine feste Sohle habe und ich ein integriertes Gelkissen für die Füße habe, somit sind sie sehr bequem und haben hoffentlich eine verhältnismäßig lange Lebenszeit, zumindest insofern dass an Flipflops andere Ansprüche stellen muss, als an andere Schuhe. Die Flipflops von Adidas habe ich für 20 €uro erstehen können, die Aisecs für 119 € sowie die Wolfskins für 129€. Obgleich die Preise jetzt hoch erscheinen rate ich euch auf keinen Fall an dem richtigen Schuhwerk zu sparen, vor Ort bekommt ihr, wenn ihr viel glück habt, ein Paar Sneakers bis Schuhgröße 41, mehr könnt Ihr nicht erwarten.

Weiter geht’s in der Liste.

Anziehsachen. Schwere Entscheidung und sehr abhängig von der Region in der ihr euch befinden werdet.

Aller Wahrscheinlichkeit komme ich nach Jinhua, einer kleinen 350 tausend Einwohnerstadt circa 200 Kilometer von Hangzhou, Zhejiangs Hauptstadt, entfernt. Die Stadt soll circa 200 Kilometer vom Meer entfernt sein und in einer bergigen Landschaft eingebettet liegen. Die Winter werden wohl in den niedrigen Plusgraden liegen, im Sommer soll es Temperaturen zwischen Mitte zwanzig bis 38° C liegen.

Von daher habe ich mich für „nur“ drei Pullover entschieden, einer davon vierfädiger Kaschmir, weil ich im Winter einen Ausflug nach Harbin plane. Ansonsten verreise ich mit zwei Jeans, zwei dryfit Jogginghosen und zwei Hosen die für mildere Temperaturen im Herbst geeignet schienen sowie einem Stapel luftdurchlässiger Oberteile sowie zwei langärmligen Oberteilen ebenfalls für den Herbst…man weiß ja nicht was kommt.

Ein weiteres Muß für das Gepäck ist meiner Meinung nach eine Rolle Toilettenpapier oder eine Packung Taschentücher. In China wird für Gewöhnlich erwartet dass man diese Dinge mit sich trägt, aufgefüllt Toilettenpapierspender gibt es eigentlich nur in Touristenstädten. Was sich ebenfalls in meinem Gepäck befindet ist ein Weltadapter, je nachdem Wo man sich befindet sind die Steckdosen oder die Voltzahl anders.

Hab ich schon erwähnt dass Ihr Unterwäsche einpacken solltet die strapazierfähig ist? Im besten Fall sollte man sie täglich waschen könne ohne dass sie sich auflöst, dass sie danach unappetitlich aussieht wisst für Gewöhnlich nur ihr selber*lächel*.

An technische Sachen empfehle ich ansonsten nur euer Handy und eventuell euren Laptop mitzunehmen, Kleinkram wie Batterien bekommt ihr vor Ort.

Shampoo, Zahnpasta und Duschgel? Könnt ihr, falls ihr noch habt, die Pröbchen von eurem letzten Hotelaufenthalt mitnehmen und vor Ort die zwei Liter Packungen kaufen. Das Motto meiner Rucksackpackaktion war: Gewicht sparen!

Könnt ihr auch hervorragend indem ihr das schwerste Paar Schuhe und den dicksten Pulli vor Abgabe der Koffer anzieht.

Woran ihr vielleicht nicht sparen solltet ist ein Fläschchen Autan gegen Mücken und anderes Geziefer, sowie Immodium Akut Durchfallmittel. Weiterhin zu empfehlen ist noch ein Allroundschmerzmittel (Ibu- ratiopharm Lysinat 500mg ist meine Lieblingsdroge), ein Breitbandantibiotikum und ein Fläschchen Teebaumöl (Tipp einer alten Freundin). Eine Tube Jodsalbe kann auch von Nützen sein. Pflaster und Bandagen empfehle ich aus Gewichtsgründen vor Ort zu kaufen.

So, jetzt fehlt noch zu erwähnen dass ich mir eine dünne Regatta Jacke gekauft habe die wasserabweisend sein soll sowie atmungsaktiv. Letzteres ist wichtig weil es, grade in den südlichen Gebieten häufig regnet aber es dabei unglaublich schwül wird.

Eine dicke Jacke für den Winter versuche ich mir in Chengdu, Sichuans Hauptstadt zu kaufen. Chengdu ist der Knotenpunkt für All diejenigen die versuchen nach Tibet zu reisen, dementsprechend ist dort eine hohe Dichte an Outdoorläden die um den Nationalfeiertag herum gerne ihre Waren reduzieren…kleiner Tipp am Rande.

Kleiner Tipp am Rande für die Frauen:

Kauft euch hier schon Jahresvorrätig Verhütungsmittel und Tampons/Slipeinlagen.

Slipeinlagen gibt es zwar auch vor Ort zu kaufen, sympathisch ist, dass es sie nach grünem Tee riechen, leider sind sie aber viel zu kurz, ähnliche Erfahrungen habe ich mit Tampons machen müssen.

Auch BHs solltet ihr zu genüge mitnehmen da Chinesinnen sehr schmal gebaut sind könnte es ein wenig eng werden die richtige Größe vor Ort zu finden.

Kleiner Tipp für Männer:

In Schwimmbädern müssen Speedos getragen werden, habe aber leider keine vernünftige Begründung dafür gefunden, ansonsten riskiert es und stellt euch taub, stumm und blind, in Taiwan war diese Strategie wohl nicht belohnt worden, aber man soll ja nicht kampflos aufgeben. Im Meer dürft ihr dann aber tragen was ihr wollt *thumbs up*

Für den Fall dass Studenten mitlesen:

Vergesst eure Unterlagen nicht, und ein „Bürohemd“ solltet ihr auch eingepackt haben. Im Falle eines X Visums müsst ihr euch bei der Polizeidienststelle vor Ort melden und dort solltet ihr vielleicht einen ordentlichen Eindruck hinterlassen.

Was auf jeden Fall noch in das Handgepäck gehört ist der Lonely Planet für China! Sehr empfehlenswerter Reiseführer!

Wenn ihr noch Platz und Gewicht übrig habt, dann fühlt euch frei dies auch auszunutzen, mit Sicherheit habt ich auch noch kleine Dinge vergessen zu erwähnen, wie zum Beispiel Deo, auch nicht so einfach zu finden, wenn man es braucht :)

Bei Fragen wendet euch doch einfach an meine E- Mail Adresse: saigazaiwaiguo@web.de

Ich freu mich über euer Interesse!